Meilensteine: Prof. Mörgeli über die Meisterleistung von Hermann Müller, Pionier des Schweizer Weinbaus
Shownotes
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Meilensteine: Prof. Mörgeli über die Meisterleistung von Hermann Müller, Pionier des Schweizer Weinbaus
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Transkript anzeigen
00:00:08: Grüezi miteinander, ich begrüße Sie ganz herzlich zu einer weiteren Ausgabe von Weltwoche Daily Spezial Meilensteine der Schweizer Geschichte mit Professor Christoph Mörgel.
00:00:17: Mein Name ist Roman Zeller und wir befinden uns hier unweit der Schweiz-Deutschen Grenze.
00:00:25: Wo sind wir?
00:00:25: Was machen wir hier?
00:00:26: Was ist das Thema der heutigen Sendung lieber Christoph?
00:00:29: Grüezie miteinander!
00:00:31: Tatsächlich ist Kreuzlingen nahe und damit auch konstanz.
00:00:35: Wir sind in der Tat im Bezirk Kreuzlingen, aber in der etwas kleineren Gemeinde Tägerwielen heute da fünftausend Fünfhundert Einwohner und wir stehen auf der Straße die einem ganz bestimmten bedeutenden Thurgauer und Schweizer gewidmet ist.
00:00:57: nämlich an der sogenannten Müller-Tourgau-Straße.
00:01:01: Und hinter uns ist der schöne Fachwerk, Der Riegelbau in dem im Jahr eighteenhundertfünfzig der bedeutende Rapeforscher Hermann Müller geboren ist als Sohn eines Winzers und Bäckers und er sollte eine wichtige Karriere einschlagen.
00:01:23: Wer war Herman Müller?
00:01:25: Wie ist er aufgewachsen, was hat seine Kindheit geprägt?
00:01:29: Hermann Müller hat natürlich den Weinbau das Wesen des Winzers von Kinsbeinen her kennengelernt.
00:01:38: Er konnte dann allerdings sich weiterbilden zuerst zum Lehrer in Kreuzlingen am Lehrerseminar und hat auch Schule.
00:01:50: gegeben in der Realschule Stein am Rhein.
00:01:54: Dann ging er aber an die ETH, um Biologie zu studieren, Pflanzenkunde und hat sich weiter ausgebildet in Neuenburg Und schließlich dann an der Universität Würzburg.
00:02:09: An der ETA hat er bereits ein Diplom als Lehrer für Naturwissenschaften und in Würzburgr hat er promoviert, hat er seinen Doktor gemacht und war dann Assistenz am Pflanzenbiologischen Botanischen Institut dort – es erinnert ebenfalls eine Tafel in Würztburg ans Wirken von Hermann Müller-Turgau.
00:02:33: Votermüller, Muttermüller Was ist da der familiäre Hintergrund, hatten die auch etwas zu tun mit dem Rehbau?
00:02:40: Der Vater war wie erwähnte Winzer und es gab da Reben, die die Familie bearbeitet hat.
00:02:47: Und so hat Hermann Müller das Rehwerk wirklich davon studiert.
00:02:52: Er ist dann nach der Universität Würzburg an die Forschungsanstalt Kaisenheim gekommen.
00:02:59: Das ist im Rheingau in Hessen.
00:03:03: Da hat er auch seine Frau kennengelernt in dieser Umgebung und er hat da weiter geforscht.
00:03:10: Er hat vor allem an den Reben experimentiert, hat Kreuzungen durchgeführt, hat die Physiologie dieser Pflanzen studiert und den Rehbau ganz generell.
00:03:23: Er war an diesem königlich-preußischen Forschungsinstitut in Geisenheim von eighteenhundertsechsundsiebzig bis achtzehnhundertneunzig tätig und hat eigentlich seine Kreuzung Riesling und Silvaner im Jahr achtzehundertzweiunddachzig verkündet.
00:03:44: Und das war eine neue Weißweinsorte, die er dann später weiter erforschen sollte, denn es kam dann ein Ruf in die Schweiz!
00:03:52: Für all jene, die nicht so tief drin sind in der Weinforschung, in der Weinkunde – was ist eine Kreuzungen?
00:04:00: Eine Kreuzung ist eine Bestäubung, zwei verschiedener Reb-Sorten.
00:04:08: Und hier hat Müller Turgau tatsächlich die Riesling-Traube mit der Silvanertraube gekreuzt.
00:04:16: Aber Achtung!
00:04:17: Er hat das gedacht.
00:04:19: Er war später nicht mehr ganz sicher welches die zweite Pflanze war.
00:04:24: Eines ist die Mutter und das ist Rieslingen.
00:04:27: Das steht fest.
00:04:28: Aber diese Silvanertraube, da hat er sich geirrt.
00:04:33: Das hat man dann gemerkt mit der Polikularbiologischen Forschung im Jahr nineteenhundert achtundneinzig, denn es handelte sich um die Madeline Wajal aus dem Formenkreis der Schassler-Traube.
00:04:49: Aber Müller Turgau hat nie gesagt, dass er ganz sicher ist, dass es Silvaner als zweite, als väterliche Pflanze ist.
00:04:58: Sondern er hat gesagt ich weiß es nicht mehr so recht.
00:05:02: War das eine Erfindung?
00:05:04: Eine bahnbrechende Erfindungen, die Hermann Müller Steinreich gemacht hat, war das ein Durchbruch in der Weinforschung?
00:05:12: Wie war das damals?
00:05:13: Sie wurden das aufgenommen und angenommen vom Markt.
00:05:16: Es war tatsächlich ein Durchbruch, er kam aber doch erst nach Jahrzehnten, denn im Jahr eighteenhundertneunzig kam Hermann Müller an die neu gegründete Forschungsanstalt für Rebobst-und Gartenbau in Wädenswil.
00:05:33: Da wurde Direktor, da hat der Hundertfünfzig Setzlinge mitgenommen von seiner Riesling-Silvaner Züchtung und man hat sie dann weiter selektiert.
00:05:44: Man hat weiter geforscht, man hat sich weiter verpflanzt sowohl in Wädenswil wie auch im Arenenberg hier an der landwirtschaftlichen Anstalt und Schule im Thurgau.
00:05:57: Und Müller Thurgauer hat sich wirklich intensiv befasst damit bis dann eigentlich ... in Deutschland der Begriff Müller-Turgau sich durchsetzte.
00:06:09: Warum übrigens Müller Turgau?
00:06:11: Es gab an dieser Wädenswieler Anstalt zwei Müller und die musste man unterscheiden, darum hat sich Hermann Müller dort Müller Turgau genannt und in Deutschland wurde das dann zum festen Begriff.
00:06:24: Meine Damen und Herren, bitte verzeihen Sie diesen überfallartigen Unterbruch.
00:06:29: Ich werde das Mikrofon selbstverständlich dem Moderator gleich wieder zurückgeben – doch vorher habe ich noch eine ganz wichtige Durchsage!
00:06:38: Abonieren Sie die Weltwoche.
00:06:41: Gegensteuer?
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00:06:55: Alle Angaben und Informationen finden Sie unter diesem Video.
00:07:01: Vielen herzlichen Dank!
00:07:06: Von Hermann Müller, dem Müller aus dem Turgau.
00:07:11: War das die Art der Bestäubung?
00:07:14: Die Form der Böden, die auch eine Rolle spielt beim Weinbau – was war da das absolut beanbrechende, das Geniale?
00:07:22: Das Beanbrechen war natürlich letztlich das Produkt dieser Wein, der eine ganz besondere Qualität hat.
00:07:29: in der Schweiz wurde er immer Riesling-Silvaner genannt, Rieslingsmal Silvaner hat man dann auch verschiedene Zusammenzüge versucht, als werbetechnischen Gründen.
00:07:40: Vor allem in Deutschland hat sich aber kaum durchgesetzt.
00:07:44: Riesling-Silvaner in der Schweiz war die Qualität, dass sie früh reifte als Traube und einen hohen Süßigkeitshalt hatte.
00:07:56: Dass der Säureabbau rasch passierte.
00:07:59: Und das Aroma war eben doch ganz speziell ein Art Muskataroma eine eine fruchtige Sorte, die sofort gefallen hat sowohl in der Schweiz wie auch in den deutschen Landen.
00:08:14: Man muss aber auch sagen dass in der Westschweiz der Riesling-Silvaner eher etwas selten davor kommt.
00:08:22: Der Rieslings Silvaner ist die häufigste Traubensorte im Weißwein in der deutschen Schweiz geblieben
00:08:30: War ja wahrscheinlich auch eine riesige Konkurrenz damals.
00:08:33: Wie kam das bei anderen Weinproduzenten an, die mit anderen Weinbaurebensorten handierten?
00:08:41: Es war natürlich eine Konkurrents andere haben sich zum Teil halten können.
00:08:46: Zum Teil sind sie wieder verschwunden.
00:08:48: es gab aber auch in der deutschen Schweiz andere Weißweinsorten, z.B.
00:08:53: der Reuschling am Zürichsee, der wiederentdeckt wird und auch gerne immer noch getrunken wird vor allem zum Fisch neben dem Riesling Silvaner.
00:09:03: also es haben doch die Konsumenten gut reagiert auf diese Erfindung.
00:09:09: man muss auch bemerken dass sich der Rehbau in den Achtzehn-Achzigerjahren in einer absoluten Krise befand.
00:09:17: Man hatte da Schädlinge, man hatte die Reblaus im großen Stil und andere Krankheiten.
00:09:24: Und es mussten sehr viele Rebberge ausgerissen werden, die dann auch nie mehr neu angebaut wurden.
00:09:31: Das war wirklich eine ganz große Krise!
00:09:34: Man hat mit Kreuzungen mit amerikanischen Sorten diese Rebel aus bekämpfen können.
00:09:40: Und der Riesling Silvaner hat sich gut gehalten auch gegenüber Schädlingen, da war eben auch Mühlturgauer ein ganz großer Forscher.
00:09:49: Er hat in jeder Beziehung sich in diese Weinflanze vertieft er hat die Gehrung studiert Die Gärung letztlich in der Nachfolge von Louis Pasteur, wie keiner vorangetrieben.
00:10:06: Und es interessierte ihn dann auch die alkoholfreie Herstellung.
00:10:10: Denn Hermann Müller war eng befreundet mit August Forrell einem abstinenten und Vorkämpfer Alkoholfreien, lebensweise auch Direktor der heutigen Forel-Klinik.
00:10:23: Keiner Klinik für Alkuholsüchtige und Alkohlabhängige.
00:10:27: Und Müller Turgau hat wirklich versucht diesen Alkolismus, den damals grassierte Manges anderer Möglichkeiten der Getränke auch im Weinbau alkoholfrei zu produzieren und vor allem dann auch im Obstbau.
00:10:43: Auch da bei Birnen, bei Äpfeln hervorragende Arbeit geleistet und hat sich hier in die Produktion von guten Getränken vertieft.
00:10:55: Hinter uns ist das Antlitz verewigt von Hermann Müller, was bedeutete Herrmann Müller-Müller Turgau für diese Region?
00:11:04: Hermann Müller-Turgau war auch wichtig hier für die Region, für den Weißwein.
00:11:10: es ist wirklich die häufigste Traubensorte geblieben.
00:11:15: Man muss vielleicht sagen, dass die heutigen Konsumenten oftmals den Chardonnay vorziehen oder den Riesling oder den Binogry oder was immer.
00:11:26: Aber ich glaube da tut man doch dem Müllaturgau, dem Rieslingsilvaner etwas unrecht.
00:11:33: Er ist eine wirklich fantastische.
00:11:36: Traube.
00:11:37: Und es handelt sich hier um ein sehr, sehr schmackhaftes Getränk und ich hoffe dass sich Riesling-Silvaner doch lange noch halten lässt.
00:11:47: Darf man fragen?
00:11:47: Ist Müller Turgau Wort aus dann irgendwann mal auch noch einen amtlichen Name von Hermann Müller?
00:11:53: Nein er hat sich glaube ich nie so genannt amtlich.
00:11:57: aber in Deutschland hat sich diese Begriffe durchaus rasch durchgesetzt geblieben und man merkt auch, dass das in der Schweiz folgen hat.
00:12:10: Wir sehen das am Müller-Tourgauweg aber wie gesagt der Begriff in der schweiz ist riesling silvaner gebliebt zu unrecht wie wir jetzt wissen weil eben die zweite die väterliche kreuzungsart eben kein eigentlicher Silvaner war.
00:12:28: Hat Hermann Müller Nachfahren, nachfahren die vielleicht sein Erbe weitergeführt haben?
00:12:35: Das ist der Fall.
00:12:36: Hermann Müller hatte mit seiner Frau drei Töchter.
00:12:41: ein Enkel von ihm namens Robert Fritsche ist dann in den Wäldenswieler-Institut das Erbe von Möder Turgau weitergetragen.
00:12:57: Er wurde übrigens in den Jahren der Universität Bern und er hat wirklich enorm viel geleistet als Önologe, Pflanzenbiologe oder Pflanzenphysiologe als Erforscher der Rebe.
00:13:13: gesehen ist sein Nebenswerk umfassend.
00:13:16: Er hat dreiundundzwanzig Arbeiten geschrieben, war also auch ein enorm fleißiger Publizist und hat wissenschaftlich wirklich bahnbrechend gewirkt.
00:13:26: Er war auch Adyntarim Professor für Pflanzenbiologie an der Eidgenössisch-Technischen Hochschule.
00:13:32: Wie steht es um die Schweizer Weinforschung?
00:13:36: Was weißt du darüber, ist man noch jemand in der Welt?
00:13:39: hat man sich da behaupten können nach diesem bahnbrechenden Erfolg von Hermann Müller auch.
00:13:45: Die Schweizer Weinforschung ist sicher sehr gut aufgestellt sie ist fortschrittlich.
00:13:51: Es ist immer noch so das vier Prozent der landwirtschaftlichen Produktion den Weinbau Betriff bzw.
00:13:58: Traubenshefte, also die Produktion aus der Rebe.
00:14:03: Das ist vielleicht nicht wahnsinnig viel aber ist doch stattlich!
00:14:07: Man muss aber auch sagen, dass der Export von Schweizer Weinen eine kleine Rolle spielt.
00:14:12: Es ist doch vor allem der inländische Konsum, der wichtig ist und das sind die heutigen Winzer Weinbauern und auch die Geldreihen, die Produzenten im späteren Verlauf dieses Weins beunruhigt – das sehr viel weniger!
00:14:31: Wein getrunken wird, dass heute die Trinkgewohnheiten andere geworden sind und das könnte natürlich den Weinbau gefährden.
00:14:38: Das könnte auch unsere Landschaft nachhaltig verändern was eigentlich schade ist.
00:14:44: Gibt es einen Hermann Müller der Gegenwart?
00:14:47: Einen Vordenker des Weinbaus, einem genialen Tüftler der diesen Industriezweig wieder auf Vordermann bringen könnte?
00:14:56: Das gibt es sicher.
00:14:57: und da gibt es unzählig viele Namen Proben, die am Wein forschen.
00:15:04: Die immer neue... Sorten auch ausprobieren.
00:15:07: Die Schweiz ist ja enorm produktiv in dieser Beziehung, die Qualität der Weine hat auch wahnsinnig zugenommen sowohl im Weißwein wie im Rotwein.
00:15:18: da sind Quantensprünge im Vergleich vielleicht zur Zeiten vor siebzig oder hundert Jahren als der Schweizer Wein doch in der Regel wenn er nicht gerade aus der Westschweiz kam also etwas säuerlich galt.
00:15:32: Was weißt du über den Lebensabend von Hermann Müller, um dem Bogen noch zu schließen?
00:15:37: Das Haus hinter uns.
00:15:39: Was passiert da heute drin?
00:15:41: Hermann Müller ist in Wädenswil verstorben.
00:15:44: Er ist also nicht hierher zurückgekehrt.
00:15:46: Heute ist das ein Wohnhaus!
00:15:49: dass meines Wissens nicht mehr von nachkommen von Hermann Müller bewohnt wird, aber da bin ich nicht ganz sicher.
00:15:56: Aber sein Andenken wird in der Tat hochgehalten mit einem Denkmal, dieser Straße und einer Plakette die am Haus angebracht ist.
00:16:06: Was haben wir vergessen?
00:16:07: Was gibt es zu Herrn Müller noch anzumerken um den Bogen noch ganz zu schließen?
00:16:12: Vielleicht noch eine Anekdote die ich aus erster Hand erfahren habe.
00:16:16: Es gab vor Einigen Jahrzehnten hier im Thurgau einen ersten Staatsanwalt namens Müller und der wurde zu einem Kongress in Deutschland eingeladen.
00:16:28: Und als man ihn fragte, woher er kommt, hat er gesagt, dass sein Name sei Müller?
00:16:32: Und er komme aus dem Kanton Thurgauer, worauf die Kongressmitglieder sofort... Haltung annahmen gewissermaßen und plötzlich dann ihn sehr zu vorkommend behandelten und sagten bitte Herr von Müller-Turgau nehmen Sie hier Platz, bitte Herr Von Müller Turgau da geht es entlang.
00:16:53: Also der Name wurde eben sofort aufgepropft völlig zu Unrecht den er hatte mit diesem Herrn Müller Nicht zu tun.
00:17:00: Also der
00:17:00: Nachhalt von Hermann Müller, Halt hier auch in Deutschland nach!
00:17:04: Ganz herzlichen Dank lieber Christoph für deine Ausführungen.
00:17:07: Wir bedanken uns bei Ihnen.
00:17:08: liebe Zuschauerinnen und Zuschauer.
00:17:10: Für die Aufmerksamkeit wünsche ich einen wunderschönen Sonstag Bis zum nächsten Mal Bei Mylenscheine der Schweizer Geschichte Weltwoche Daily Spezial Und ein schönes Wochenende aus oder vom Geburtshaus von Herman Müller Begründer des Müllertourg.
00:17:25: Vielen herzigen Dank.
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