Meilensteine: Prof. Mörgeli über den Zürcher Tonhallekrawall, Urknall der Schweizer Protestkultur
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Meilensteine: Prof. Mörgeli über den Zürcher Tonhallekrawall, Urknall der Schweizer Protestkultur
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Transkript anzeigen
00:00:08: Grüezi miteinander, ich begrüße Sie ganz herzlich zu einer weiteren Ausgabe von Weltwoche Daily.
00:00:12: Spezial Meilensteine der Schweizer Geschichte mit unserem Haushistoriker Prof.
00:00:18: Christoph Mögel.
00:00:19: Mein Name ist Roman Zeller und wir befinden uns so viel gar nicht vor Arten in Zürich.
00:00:22: mitten hinter uns die Tonhalle.
00:00:25: Lieber Christoph was ist das Thema der heutigen Sendung?
00:00:30: Grüezie miteinander.
00:00:31: Tatsächlich hinter uns liegt die Zürcher Tonhalle.
00:00:36: In den letzten Jahren wurde das Kongresshaus hinzugefügt, mit einem großen und kleinen Saal, wobei selbst der kleine über sechshundert Leute umfasst einer der möglicherweise berühmtesten Konzertsäle der Welt.
00:00:59: Und wir wollen aber hier sprechen über ein Ereignis vom sechsten März, den sogenannten Tonhalle Kravall, der es damals gegeben hat.
00:01:13: Was ist da passiert?
00:01:14: Warum kam es zu diesen Kravallen im XIX Jahrhundert?
00:01:19: Geografisch muss ich vielleicht vorausschicken dass die damalige Tonhale nicht hier lag Es gibt sie nicht mehr, sie lag auf dem heutigen Sechseläutenplatz.
00:01:29: Man hat da in der Alterskornlagerhaus umgebaut zu einer Tonhalle mit drei tausend sechshundert Plätzen.
00:01:39: ein unglaubliches Gebäude.
00:01:41: es war damals die Zeit der großen Orchester und Oratorien auch der gewaltigen Sängerköre der patriotisch erhebenden Feiern usw.. Und vor diesem Gebäude, also auf dem heutigen Sechserleutenplatz, wo dann auch die Oper in den Oben zugestellt wurde.
00:02:00: Da hat sich dieses Ereignis dieser Tonhalle Kravall in Wirklichkeit abgespielt.
00:02:06: Und warum?
00:02:08: Die Zeit war bewegt und es war nämlich ... des Abschlusses des deutsch-französischen Krieges, aus den letzten Jahren.
00:02:19: Der Krieg endete ja mit einem Fulminanten in dieser Art nicht erwarteten Sieg der Deutschen, die dann eben auch das Deutsche Reich gegründet haben – dieses Kaiserreich und der Preußische Erführung.
00:02:35: im Januar, im Spiegelsaal in Versailles ausgerufen.
00:02:41: und bereits im Januar.
00:02:43: haben deutsche Kreise im Zürcher-Tagplatz zu einer vaterländisch erhebenden Feier aufgerufen.
00:02:50: Man solle mit allen Freunden der deutschen Sache, wie es hieß zusammenkommen um diese Reichsgründung und diesen Sieg über Frankreich zu feiern.
00:03:01: Und das hat dann auch stattgefunden am Abend des sechsten März, dechzehnhundertseventig.
00:03:06: Wie war da die Resonanz?
00:03:08: Wurde eine Deutschlandbegeisterung in der Schweiz zu spüren.
00:03:12: Das war zum Teil der Fall, aber eben wirklich nur zum Teil.
00:03:17: Die deutsche Kolonie hier in Zürich hat die Feier!
00:03:21: ausgerichtet, sagen auch die deutsche Liedertafel.
00:03:26: Es waren viele Professoren und auch sonst natürlich Intellektuelle, die hier in Zürich gewirkt haben anwesend aber eben auch Vertreter der Behörden beispielsweise Staatsschreiber Gottfried Keller war hier zwei Regierungsräte Stadtpräsident Melchior Römer hat teilgenommen.
00:03:46: nun kam es aber zu erheblichen Ausschreitungen.
00:03:50: ungefähr zwei Dutzend Stadtpolizisten haben die Feier abgeschirmt, weil man wusste dass es zugegen Manifestationen kommen könnte.
00:04:01: Dazu wurde schon aufgerufen eben im Tagblatt bereits im Januar zuvor und da waren aber diese Polizeikräfte völlig überfordert denn es waren etwa vierhundert Menschen die sich dagegen diese Feier zusammengetan haben.
00:04:18: viele junge Menschen, Gassenjungen wie es dann hieß in der Presse aber auch Studierende vor allem vom Politechnikum von der ETH und dazu kamen dann etliche Offiziere der französischen Armee die hier im Rahmen der Burbaki-Armee interniert waren.
00:04:38: Und die sind ebenfalls herum gesessen in Cafés nebenan dann herum gestanden und haben sogar die Säbel gezückt Und so ist man dann nach und nach in dieses Gebäude eingedrungen und hat diese Feier gestört.
00:04:53: Meine Damen und Herren, bitte verzeihen Sie diesen überfallartigen Unterbruch!
00:04:58: Ich werde das Mikrofon selbstverständlich dem Moderator gleich wieder zurückgeben – doch vorher habe ich noch eine ganz wichtige Durchsage!
00:05:07: Abonnieren Sie die Weltwoche!
00:05:10: Gegensteuer?
00:05:11: Die andere Sicht?
00:05:13: Unabhängig?
00:05:14: Kritisch?!
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00:05:24: Alle Angaben und Informationen finden Sie unter diesem Video.
00:05:30: vielen herzlichen Dank!
00:05:33: Also wurde Zürich sozusagen Schauplatz eines internationalen Konflikts, wo man eigentlich gar nicht so sehr etwas damit zu tun hatte?
00:05:42: Das ist so, aber es gab sehr viele Deutsche in Zürich und die Stimmung hat sich von anfänglich hauptsächlich doch bei Geisterung über diesen deutschen Sieg hier in Züricht dann gewandelt.
00:05:55: In Erbarmen mit diesem zerlumpten Burbakki-Soldaten, die fast erfroren über die Grenze kamen entwaffnet wurden und dann überall in der Schweiz verteilt worden sind.
00:06:08: Und dieses Erbarmen hat sich dann Luft gemacht in einer antideutschen, explosiven Stimmung.
00:06:16: Das waren also keineswegs nur französische Elemente, die gab es ja nicht in grosser Masse hier in Zürich einige Soldaten.
00:06:26: Die Soldaten wurden übrigens um siebzehn Uhr bereits in die Kasernen zurückgerufen – die französischen Soldaten aber die Offiziere mussten natürlich nicht zurückkehren und so waren die auch beteiligt des Flogensteine durch die Scheibe dieser Tonhalle Und man hat sich Luft verschafft, indem man eindringen konnte ins Gebäude.
00:06:48: Da wurden dann beispielsweise Notenstände zerstört und Stuhlbeine ausgerissen.
00:06:55: Die Demonstrierenden haben sich so mit Schlagstöcken gewissermaßen bewaffnet.
00:07:01: Es kam zu wirklichen Schlägereien in diesem Saal.
00:07:06: Glaubst du auch Tote?
00:07:08: Es gab dann schließlich auch Tote nicht am Anfang.
00:07:11: Da waren es wirklich eher Schlägereien, die da stattfanden.
00:07:17: Die Polizisten haben diesen sogenannten Gassenjungen Ohrfeigen verteilt.
00:07:22: Das hat aber letztlich nichts genutzt und die Ordnungstruppen unter dem Kommando des Stadtkommandanten Hess Die sind nicht eingeschritten und das hat man diesem Stadtkommandanten dann zum Vorwurf gemacht, dass hier nicht eingegriffen wurde.
00:07:43: Er hat aber mit einigem Recht darauf hingewiesen, dass kein leserlicher schriftlicher Befehl vorgelegen sei ob er wirklich wegen ein paar zerbrochenen Scheiben hätte auf Menschen schießen sollen.
00:07:58: Ich glaube, er hatte recht mit seinem Zögern.
00:08:01: Er hat sich dann vielleicht eine Blöße gegeben indem er seine Truppen verlassen hat um nach Hause zu gehen weil er gehört hat seine Wohnung sei demoliert worden.
00:08:10: das war aber ein Gerücht und erst dann ist er wieder zu seinen Truppen zurückgekehrt.
00:08:15: Aber ganz am Anfang gab es noch keine Toten.
00:08:18: Um ein Uhr war die Ruhe einigermaßen wieder hergestellt.
00:08:23: Es kam dann aber in der Folge, weil sich die Stimmung nicht beruhigte.
00:08:27: Vor allem, weil etliche Verhaftungen vorgenommen wurden und diese ins Ötenbach-Gefängnis beim Rindenhof überführt wurden.
00:08:35: Da gab es dann Unruhen und wieder Zusammenrottungen vor diesem Gefängnis.
00:08:40: Und ein abpraller Schuss hat einen nicht beteiligten Deutschen getötet.
00:08:45: Glauben Sie da Anführer dieser Krawalle Wortführer?
00:08:51: herausragten Persönlichkeiten.
00:08:54: Die Namen sind da nicht bekannt unter Prominenten, die Regierung hat vermutet es sei die organisierte Arbeiterschaft.
00:09:02: man hat dann auch Stimmen gehört in Außersiehl würden sich die Menschen bewaffnen im Arbeiterquartier Man wolle die Zeughäuser stürmen und so weiter.
00:09:13: das war nicht der Fall.
00:09:14: die arbeit der Union hat sich klar distanziert.
00:09:17: sie hatte nichts damit zu tun.
00:09:20: Das war wirklich spontan eine Reaktion, aber es kam dann wirklich aufgrund des Vordringens dieser Demonstrierenden gegen die Gefängnisse zu einer Schießerei mit vier Toten etlichen Verletzten.
00:09:38: Allerdings erst im Nachgang zu diesem eigentlich Tonhalle Graval vom Sechsten März, sodass eigentlich die Situation der Regierung entglitten ist.
00:09:49: Sie musste eidgenössische Hilfe anrufen und es kamen dann vier Battalion und ein eid-genöessischer Kommissär in Gestalt des späteren Glarner Bundesrates Joachim Heer.
00:10:02: Ich
00:10:02: wollte gerade fragen, wie hat die offizielle Schweiz reagiert?
00:10:06: War man da aus dem Häuschen?
00:10:08: Hat man das dann mehr oder weniger auch in Erfolge zürich überlassen?
00:10:12: Wie war da die Reaktion der Regierung?
00:10:14: Man war perplex.
00:10:15: Für Zürich war es eigentlich eine Blamage, dass man diese Situation nicht im Griff hatte.
00:10:22: Die NCZ beispielsweise hat sich sehr empört gezeigt über diese Demonstration die da quasi aus dem Nichts kam.
00:10:31: unerwartet war von dieser Seite her auch und Die deutsche Gesamtschaft in Bern hat massiv protestiert.
00:10:41: Es ist richtig, dass eineseits die Versammlungsfreiheit gewahrt und durchgesetzt werden musste.
00:10:51: Andererseits hat man nicht zu Unrecht gesagt es war möglicherweise auch eine gewisse Provokation das auf neutralem Boden Feier stattfindet, die eben auch demütigend ist für Frankreich.
00:11:07: Für französische Soldaten, die hier waren und überhaupt ein bisschen auch für die Romondie, für die West-Schweiz.
00:11:14: also das wurde dann natürlich kontrovers diskutiert aber die offizielle Schweiz war doch etwas ratlos dass so etwas in Zürich passieren konnte.
00:11:24: Mir ging es weiter.
00:11:25: hat man da ja gab es einen Nachgeschmack würde ich jetzt mal meinen.
00:11:32: Wie hat sich die Stimmung, die Lage in Zürich beruhigt in der Folge?
00:11:36: Die Lage hat sich dann einigermaßen beruhigt, nachdem am elften März, die eidgenössischen Truppen gekommen sind aus anderen Kantonen.
00:11:46: Man hatte allerdings auch misstraut dass möglicherweise Arbeiter unter diesen Truppen nicht unbedingt durchgreifen wollen da eben auch dort die Stimmung nicht besonders deutschfreundlich war Und es kam zu gerichtlichen Untersuchungen.
00:12:03: Es kam zu einem Schwurgerichtsprozess, die Eidgenossenschaft hat sogar einen außerordentlichen Bundesanwalt eingesetzt um die Vorgänge zu überprüfen.
00:12:14: und bei diesem Kongress- beziehungsweise Prozess muss ich sagen wurde dann auch sehr deutlich dass es eine massive antideutsche Stimmung gab Auch aus Gründen der Sorge um Arbeitsplätze.
00:12:29: Hier war wirklich die Konkurrenz groß von Deutschen, was die Arbeit betraf vor allem auch im Handwerk in den Fabriken zum Teil sicher auch im kaufmännischen Sektor und sogar im intellektuellen Sektoren Und das hat sich da Luft gemacht.
00:12:46: also eine generelle anti-deutsche Stimmung neben dem Mitleiden mit Frankreich, das da verloren hat.
00:12:54: Aber ich meine in erster Linie war es doch von der hiesigen Bevölkerung eine Demonstration gegen das deutsche Element, das damals in Zürich durchaus stark vertreten war.
00:13:06: Man liest ja heute ... vom Sehnsuchtsland Schweiz in deutschen Zeitungen, das deutsche Vorwiegend oder am liebsten in die Schweiz auswandern war, dass demnach schon im neunzehnten Jahrhundert der Fall war.
00:13:19: Das Sehntuchtslands Schweiz schon im Neunzehnten Jahrhunderte in Deutschland ein Thema!
00:13:24: Das war durchaus der Fall nach Gründung des Bundesstaates und der Industrialisierung, die hier ja rasant verlief.
00:13:31: Der Aufschwung zum Beispiel dieser Stadt Zürich war natürlich in wenigen Jahrzehnten ganz enorm und eklatant und da hat man auch ausländische Arbeitskräfte gebraucht und natürlich die kommen lassen.
00:13:48: Damals waren auch entsprechende Gesetze durchaus liberal.
00:13:53: Man hatte im Wesentlichen freie Personenzugänge ermöglicht, dass also jeder man im Grunde kommen konnte wenn er Arbeit hatte.
00:14:02: es gab auch viele Italiener vor allem Bausektor hier.
00:14:05: aber das deutsche Element war in Zürich eindeutig am stärksten und das Triumphgefühl nach dieser Reichsgründung war in der Bevölkerung von Deutschland, die sich hier niedergelassen hat durch Haus vorhanden und hat sich dann eben provokativ in dieser Feier ausgedrückt.
00:14:24: Vor allem als zum Beispiel ein ETA-Historiker Johannes Scher, einem strammeren deutschen Nationalist auch in seiner Rede bei.
00:14:35: diesem Tonhalle Krawall gesagt hat, der Germania ruft, Austria soll jetzt auch in diesen Verband eintreten.
00:14:44: Also bereits den Eintritt Österreichs vorweggenommen.
00:14:47: Solche Töne wurden natürlich durch die Demonstrierenden dann durchaus wahrgenommen und entsprechend eben gestört.
00:14:54: Was passierte im Nachgang mit der Tonhale?
00:14:59: Wurde sie sofort wieder aufgebaut?
00:15:01: Man kann nicht sagen, dass die Tonhalle total demoliert war.
00:15:05: Es gab einige Schäden aber das hat sich im Rahmen von einigen hundert Franken, wobei der Franken damals doch sehr viel mehr wert war erledigt.
00:15:14: also das war nicht besonders schlimm.
00:15:17: Die Tonhälle mussten nicht neu aufgebaut werden damals Aber sie wurde dann abgerissen und hat sich verlagert hier in dieses Gebäude hinter uns.
00:15:28: An anderer Stelle natürlich beim neu errichteten Burgliplatz auch bei dieser Aufschützung des Sees, wo ja die heutige Tonhalle mit einem enorm erfolgreichen und wunderbaren Orchester mit diesem Tonhallenorchester immer wieder für Schlagzeilen sorgt – das Gebäudee hinter uns übrigens!
00:15:50: renoviert zwischen den Konzertsälen, wie sie damals in diesen Gründerjahren präsentierten.
00:16:03: Das ist wirklich eine sehr gelungene Sache!
00:16:08: Wir haben diese Tonhalle Krawolle Zürich und die Schweiz geprägt.
00:16:14: Sie haben insofern die Schweiz geprägt, als solche Unruhen eigentlich vorboten waren von späteren Streiks und sozialen Unruhnen.
00:16:24: Das hat die Zürcher Regierung auch erkannt.
00:16:27: Sie hat gesagt da braut sich was zusammen.
00:16:30: Da müssen wir aufpassen.
00:16:32: es war natürlich eine bürgerliche Regierung rein bürgernische Regierung.
00:16:37: Die Sozialdemokratie war nicht in dem Sinne bereits organisiert.
00:16:41: aber die Arbeiter die sich vor allem in den neuen Quartieren, in Außersiehl da... quasi zusammengebaut haben.
00:16:50: Die wurden als möglicher Revolutionsherd wahrgenommen.
00:16:55: und was besonders bekannt war, man hat es verglichen mit dem Aufstand der Commune in Paris.
00:17:01: Es gab ja damals auch bei der Belagerung durch die deutschen Aufstände in Paris Arbeiteraufstände.
00:17:10: Der Kommunismus wurde eben da gewisse Wassen aus der Taufe mit Und so hat man das durchaus als Gefahr gesehen, auch für die Schweiz und dass solche Zustände nach Zürich überschwappen können.
00:17:26: Also die Tonhallenkrawalle sind sozusagen Vorbote von Generalstreik und Protest in jeglicher Form, die im Nachgang folgten.
00:17:37: Genau, das kam dann in den nächsten Jahrzehnten der Generalstreik besonders berühmt.
00:17:43: Aber dieser Tonhalle-Krawall war wirklich ein erstes Aufbäumen von unten gewissermaßen gegen die etablierte bürgerliche Ordnung gegen den herrschenden Liberalismus und das haben die Behörden mit Sorgen konstatiert.
00:17:59: Es kam natürlich im beginnenden zwanzigsten Jahrhundert noch sehr viel heftiger, was die Sozialen auseinandersetzung betrifft.
00:18:08: Welchen Aspekt gibt es sonst noch zu beleuchten von diesen Tonhalle-Krawallen vielleicht auch vom Zürich Ende oder Mitteende, Ninzehntes Jahrhunderte?
00:18:18: Was gibt es noch zu sagen lieber Christoph?
00:18:20: Man müsste vielleicht sagen und darauf hinweisen dass die Ordnungskräfte auf solche Demonstration schlecht vorbereitet waren.
00:18:28: Die Polizei und erst recht das Militär war im Wesentlichen mit Schusswaffen ausgerüstet.
00:18:35: Und Schuss Waffen eignen sich nicht für solche Demonstrationen, weil es da sofort Tote gibt.
00:18:42: Das hat sich dann auch immer wieder gezeigt in den Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts so dass natürlich die Polizeittaktik dann im Laufe der Akzente völlig geändert hat und dann auch auf Defensive ausgerichtet wurde bzw auf Einsatzmittel, die eben nicht örtlich sind.
00:19:01: Wir sprechen da von Wasserwerfern und wir sprechen von Gummigeschossen und ähnlichen oder auch Tränengas.
00:19:08: Das sind Möglichkeiten und die Polizei hat sich dann natürlich auch entsprechend besser ausgerüstet bis heute mit Kameras, dass man sieht was genau abläuft.
00:19:19: Das war alles damals nicht der Fall.
00:19:20: das war neu und hat die Polizeikräfte genau wie die Behörden völlig überrascht.
00:19:26: Lieber Christoph, ganz herzlichen Dank.
00:19:28: Ihnen danken wir für die Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen ein wunderschönes Wochenende, einen schönen Samstag!
00:19:32: Und bis zum nächsten Mal bei Meilenstein der Schweizer Geschichte mit Prof.
00:19:36: Christoph Möhrlich.
00:19:37: Gehen wir zurück nach Zürich.
00:19:38: Vielen Dank!
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