Meilensteine: Prof. Mörgeli über Julius Maggi, seinen pionierhaften Nahrungsmittelkonzern und dessen Nazifizierung
Shownotes
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Meilensteine: Prof. Mörgeli über Julius Maggi, seinen pionierhaften Nahrungsmittelkonzern und dessen Nazifizierung
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Transkript anzeigen
00:00:08: Grüezi miteinander, ich begrüße Sie ganz herzlich zu einer weiteren Ausgabe von Weltwoche Daily Spezial-Meilenscheine der Schweizer Geschichte mit dem weltwoche Haus Historiker Prof.
00:00:17: Christoph Mörglib.
00:00:19: Wir befinden uns im Kanton Zürich genauer im Kemptal hinter uns ein Fabrikgebäude.
00:00:25: Lieber Christoph was ist das Thema der heutigen Sendung?
00:00:28: Worum geht es bei der Meilensteine der schweizer Geschichte ausgabe heute?
00:00:34: Grüezie miteinander!
00:00:35: Das Kemptau liegt zwischen Efretikon und Wintertour.
00:00:40: Und ist bekannt geworden durch seine industriellen Anlagen, die sind mit einem ganz großen Namen der Schweizer Ernährungsindustrie verbunden.
00:00:52: Und das ist Julius Macchi.
00:00:55: Julius Macci hat gelebt von eighteenhundertzechsundvierzig in Frauenfeld geboren bis in Küsnacht, in Kiesnacht verstorben.
00:01:05: Er war der Sohn eines italienischen Einwanderers.
00:01:09: Seine Mutter war aus der Stadtseufamilie Esslinger und er hat nach seiner kaufmännischen Ausbildung eine ganz große industrielle Karriere gemacht.
00:01:21: Was ist seine Lebensleistung?
00:01:23: Was war da das Geniale?
00:01:26: was er erfunden entwickelt, vertrieben hat?
00:01:28: Das Geniale ist, dass er die Ernährung der Schweizerinnen und Schweizer aber weit darüber hinaus fast den ganzen Welt auf völlig neue Grundlagen gestellt hat.
00:01:43: Eine Ernährungen, die vor allem bei den arbeitenden Volksklassen mit tieferen Einkommen problematisch war – oftmals Mangel!
00:01:53: Ernährung keine Zeit in Arbeiterfamilien, dass die Mutter kochen konnte.
00:01:59: Sich auch den Kindern kulinarisch widmen konnte.
00:02:04: und so kam es eben zu Krankheiten natürliche, zu Vitaminmangel-Erscheinungen.
00:02:11: Und er hat ein geniales Konzept entwickelt um die Ernährungs doch ganz massiv zu verbessern.
00:02:19: Was war das für ein Konzept?
00:02:21: Dieses Konzeptbestand Darin, dass sehr Hülsenfrüchte die sogenannten Leguminosen in Mehlform gewissermaßen aufkochen ließ.
00:02:36: Das gab dann sehr nahrhafte Suppen.
00:02:40: Die waren einerseits vitaminreich, die Nerden waren billig und haben sich auch gut vertragen physiologisch mit dem Körper.
00:02:52: Und das war eine wirklich gesunde, neue Ernährung schnell herstellbar und man konnte sich diese Ernährungen leisten.
00:03:01: Aber wir haben einen Sprung gemacht – so schnell ist Julius Matschi dann doch nicht bei diesen Erfindungen gelandet!
00:03:08: Wer war Julius Matschy?
00:03:10: Wo kommt er her?
00:03:12: Wie ist der aufgewachsen?
00:03:14: Julius Matschis ist der Sohn eines Mühlebetreibers.
00:03:18: Sein Vater hat nämlich hier die Hammermühle in Kemptal erworben, und er hat sie dann übernommen als Zweiundzwanzigjähriger.
00:03:32: Er hat eine kaufmännische Ausbildung gemacht.
00:03:35: wie ich gesagt habe war auch tätig in einem Schweizer Müllereiunternehmen in Budapest und war mitbeteiligt an der Gründung der Zürcher Getreide Börse.
00:03:49: Anfänglich hatte er also als Müller, als Mehlhändler angefangen um sich dann eben zu diversifizieren in der Müllerei-Krise, welche die Schweiz erfasst hat, in den Achtzehnhundert-Achzigejahren.
00:04:03: Das war kein Zukunftsmodell mehr, sich allein auf die Mehlproduktionen zu beschränken und Julius Matschi hat dann weitere Tätigkeitsfelder gesucht.
00:04:14: Meine Damen und Herren, bitte verzeihen Sie diesen überfallartigen Unterbruch.
00:04:19: Ich werde das Mikrofon selbstverständlich
00:04:22: dem Moderator gleich wieder
00:04:24: zurückgeben – doch vorher habe ich noch eine ganz wichtige Durchsage!
00:04:28: Abonnieren sie die Weltwoche.
00:04:31: Gegensteuer?
00:04:32: Die andere Sicht?
00:04:33: Unabhängig?
00:04:34: Kritisch gut gelaunt seit über neunzig
00:04:38: Jahren?!
00:04:40: Jedes Abo, eine Liebeserklärung an die Meinungsvielfalt.
00:04:44: Alle Angaben und Informationen finden Sie unter diesem Video.
00:04:50: vielen herzlichen Dank!
00:04:53: Was war das für eine Zeit was durch die Krise angesprochen?
00:04:58: Wie hat die Schweiz damals ausgesehen auch ernährungstechnisch?
00:05:03: Die Schweiz hat einen enormen Industrialisierungsschub erlebt.
00:05:07: Vor allem in der Textilindustrie waren sehr viele Menschen beschäftigt, das war die Leitindustrie.
00:05:14: Es beginnt auch die Maschinenindustrie beispielsweise im nahen Winterthur und das Problem ist eben diese Menschen gesund und nahe.
00:05:25: Haft zu ernähren.
00:05:27: Und das hat Julius Matschi beschäftigt, nicht allein auch andere beispielsweise die schweizerische gemeinnützige Gesellschaft und den Glarner Arzt Fridolin Schuler.
00:05:40: Er hat sich gekümmert um das Erwerbsleben in den Fabriken.
00:05:45: Hat hier auch enorm pionierhaft gewirkt in Sachen Kinderarbeit, die er bekämpft hat.
00:05:52: Fabrikgesetzgebung beispielsweise.
00:05:55: Und er hat sich auch zunehmend gekümmert.
00:05:58: Um die Ernährung ist dann mit Julius Matschi zusammengekommen und man hat getüffelt, Matschi hat dann tatsächlich diese Hülsenfrüchte zu Mehl verarbeitet, diese Leguminosen hergestellt und hat mit der Schweizerischen Gemeinnützengesellschaft ein Abkommen getroffen das diese drei Jahre lang nur seine Produkte bewerben darf Und er aber umgekehrt natürlich auch Unterstützung bekommt durch diese Gesellschaft.
00:06:30: Das war umstritten, darf so eine gemeinnützige Gesellschaft mit der Industrie ein solches Abkommen eingehen?
00:06:38: und es war auch keineswegs von Anfang an einfach ein großer Volk!
00:06:42: Dann kamen natürlich noch die sogenannten Matchi-Würfel hinzu das heißt eine Art Bouillon, die nach Fleisch schmeckte pflanzlicher Basis funktioniert.
00:06:56: Das war also kein Fleisch drin, sondern Pflanzensubstanz und das war auch entsprechend kostengünstig und hat sich sehr rasch durchgesetzt.
00:07:07: Wie ist er auf diese Leguminosen gekommen?
00:07:10: War er chemisch außerordentlich begabt.
00:07:14: Ein Tüftler hatte das zufällig gefunden, erfunden.
00:07:18: wie ging es?
00:07:19: Er war nicht selber ein Tüfter in dem Sinne, er war schon vornehmlich Kaufmann hat aber die richtigen Leute um sich gescharrt, die dann eben diese Arbeiten gemacht haben und das seiner Anleitung.
00:07:33: Er muss seine außerordentliche Persönlichkeit gewesen sein.
00:07:37: er konnte auch begeistern, konnte animieren Und hat dann aus dieser sehr kleinen, einfachen Mühle einen Weltbetrieb.
00:07:46: Könnte man fast sagen hier in Kemptal errichtet mit vielen, vielen hundert Arbeitsplätzen und da wurde dann produziert für die ganze Welt eigentlich.
00:07:58: Es kam dann, aus dem Jahr eighteen neunundneinzig ein Werk in Singen hinzu.
00:08:03: Singen ist heute der einzige Ort, wo Matschi noch produziert.
00:08:08: Heute ist hier in Kemptal keine Produktion mehr – das ist vorbei!
00:08:12: Aber Julius Matschi hat es tatsächlich ausgezeichnet gemacht und er hat nicht nur diese Produkte, Matschewürfel eben, Leguminosen entwickelt sondern hat das auch genial vermarkt.
00:08:26: Der war ein Marketing-Genie könnte man sagen.
00:08:29: Er hat beispielsweise ... den jungen Dichter Frank Wedekind angestellt, das Werbeschef.
00:08:37: Und der hat ihm Werbetexte die sehr lustig zu lesen sind, originell auch getextet um eben vor allem bei den Hausfrauen diese Art der Zubereitung der Speisen zu bewerben.
00:08:50: Die Hundertfünfzig Texte liegen in der Kantonsbibliothek In Aarau.
00:08:56: ist er wirklich lustig zulesen was Frank Wedenkind später ein gefeierter Dicht War Frühlingserwachen und so weiter.
00:09:03: Hier für Julius Marci hergestellt, er war ihm direkt.
00:09:08: unterstellt und er hat dann auch Dekustationsstellen eingerichtet.
00:09:13: Man konnte also direkt probieren, man konnte direkte versuchen.
00:09:18: was man da ist war vielleicht ein bisschen ein Vorläufer von Gottlieb Dudwiler in diesem Bereich aber wie gesagt bereits neunzehn oder zwölf verstorben noch nicht siebzigjährig relativ jung Und das Werk haben alle andere weitergefühlt.
00:09:35: Kannst du mal diesen Unglaublichen Aufstiegskrizieren?
00:09:40: zum Weltkonzern.
00:09:42: Was hat das mit Julius Machi gemacht?
00:09:46: Wie hat sich dieser Konzern entwickelt?
00:09:50: an dieses Jahr unglaublich?
00:09:52: Es ist wirklich eine unglaubliche Geschichte, er war auch ein ruheloser Unternehmer und hat immer wieder Neues ausprobiert.
00:09:59: Er ist z.B.
00:10:00: dann auch um ... nach Paris gegangen und hatte da die Idee, die Bevölkerung mit Schweizer Frischmilch zu versorgen.
00:10:11: Also hat sich nicht nur auf Suppen und Matschewürfel konzentriert und er hat eine ganze Palette dann von Produkten angeboten.
00:10:22: das wurden immer mehr im Laufe der Zeit und erst recht nach seinem Tod.
00:10:27: Da gab es Tausende davon Produkte, die auf den Markt kamen mit dem Namen Marci.
00:10:33: Marci hatte auch entsprechende landwirtschaftliche Versuchstationen, etwas Haushalt von Camptal betrieben.
00:10:41: also das war ein wirklich industrielles Zentrum mit vielen Arbeitsplätzen hier in diesem Camptal dass natürlich dann auch mit Maschinenhäusern, mit Produktionsstätten und Fabriken überbaut wurde.
00:10:57: Was hat dieser Erfolg mit der Privatperson Julius Matschi gemacht?
00:11:02: Reichtum, Hybris vielleicht sogar oder ist er immer bei beiden Beinen auf dem Boden geblieben.
00:11:08: Man kann nicht sagen dass er wirklich abgehoben war.
00:11:11: Er hat sich durchaus auch öffentlich engagiert.
00:11:16: Er war zum Beispiel Mitglied des Kaufmännischen Direktoriums hier in Zürich im Vorstand des Schweizerischen Handels- und Industrievereins, der heutigen Ekonomi Swiss könnte man sagen.
00:11:32: Er saß vier Jahre lang in Zürcher Kantonsrat und er war sozial sehr aufgeschlossen.
00:11:39: Er hat hier auch Pionierarbeit geleistet bei Machi.
00:11:43: Es gab erstmals in der Schweizer Industriegeschichte einen freien Samstag nachmittag.
00:11:51: Das war neu!
00:11:52: Nachmittag, Samstag musste man nicht arbeiten.
00:11:55: Sonntag natürlich auch nicht und das hat natürlich die Kollegen in der Industrie geärgert weil sie mussten dann irgendwann mal nachziehen.
00:12:03: wenn der eine bessere Bedingungen anbietet kommen die anderen unter Druck.
00:12:08: er hat auch sehr großzügige Krankenkassen, Betriebskrankenkassen eingerichtet, Pensionskassenwesen und die Tarifverträge mit der Arbeiterschaft, mit den Gewerkschaften.
00:12:21: Die galten ebenfalls aus vorbildlich.
00:12:23: Das
00:12:23: ist ein visionärer Unternehmer?
00:12:25: Man kann sagen ein visionärer Unternehmer der auch das gute wollte und sicher das Gute getan hat auf eine privatwirtschaftliche Grundlage, hat er dafür gesorgt dass eben die Bevölkerung wesentlich besser und wesentlich billiger ermährt wird.
00:12:42: Wir müssen uns vorstellen, dass früher ein Großteil des Einkommens in die Nahrungsmittel ging und das ist natürlich heute ganz anders da es noch ein Bruchteil von dem was früher geleistet werden musste, um sich zu ernähren.
00:12:59: Und die Ernährung ist gleichzeitig enorm vielseitiger und besser geworden.
00:13:04: Und da hat Julius Marci einen wesentlichen Anteil daran.
00:13:08: War er leert?
00:13:10: Hatte er Kinder?
00:13:11: Gibt es Nachfahren von Julius Marcy?
00:13:14: Er war zweimal verheiratet.
00:13:18: Er hatte meines Wissens ... Kinder, aber ich bin da nicht ganz sicher.
00:13:23: Sie waren nicht mehr im Betrieb operativ tätig.
00:13:27: Es haben es dann andere geführt und so gesehen hat sich schon vor allem der Name Julius Marci verewigt.
00:13:36: Wir sehen auch im Hintergrund das Kaffee Julius wie dieser Marci doch immer noch ein Renome besitzt.
00:13:43: Was wurde aus der Firma von Julius Marchi?
00:13:47: Gibt es sie noch?
00:13:48: wenn ja In wessen Besitz ist sie?
00:13:51: Was macht sie heute?
00:13:53: Die Firma hat sich tatsächlich dann massivst verändert.
00:13:57: Was in Singen passierte, war natürlich mit der Weltgeschichte verbunden.
00:14:05: Im Zweiten Weltkrieg war Marci von Singen der größte Produzent von Nahrungsmittel für die Wehrmacht Geld überhaupt als größter Nahrungsmittelproduzent von ganz Deutschland.
00:14:21: Man muss sich das vorstellen.
00:14:24: und das Problem war dann, dass nach neunzehundertdreißig dieser Matschibetriebe auch massiv ist Nazifiziert wurde, also die Nazis haben da Einzug gehalten.
00:14:37: Man hat jüdische Mitarbeiter schonungslos rausgeworfen und man hat auch sich damit gebrüstet dass man ein rein arischer Betrieb ist, war dann allerdings losgelöst von den Schweizer Produktionsstätten.
00:14:53: Und in nineteenhundertsvierzig musste man diesen Ruf ein bisschen wieder Korrigieren natürlich nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg und weil ein Verwaltungsratspräsident namens ABEC gleichzeitig im Verwaltungsrat.
00:15:10: als Präsident der Nestle gewirkt hat.
00:15:13: Und der Marci hatte die beiden Firmen, in den Jungen, zusammengeführt – also eineseits Marci an der Seite Nestle und Nestle war bereits mit der Milchkompanie, mit der Kondensmilchkompanie in Kaam liiert und zusammen gefasst worden.
00:15:31: Also es kam dann zu einer Neuausrichtung aber es wurde hier weiterhin auch im Kenntal Wacker produziert, immer eine breitere Palette.
00:15:40: Anfang der sechzige Jahre wurde die industrielle Knöpfli-Fabrikation hier erfunden.
00:15:47: Es kamen Würzmischungen natürlich auch in Gebrauch und im Kämpftal hat sich immer so eine Art Suppengeroch gehalten.
00:15:59: In der Luft kann mich da gut daran erinnern.
00:16:01: Im Kämpthal hat es immer etwas anders gerochen als anderswo Und das war ein interessantes Erlebnis, aber seither ist Wesentliches gegangen und es ist nicht mehr wie früher.
00:16:15: Also habe ich das richtig verstanden?
00:16:16: Quasi diese Firma von Julius Marchi – nicht mehr natürlich oder da haben wir im November und November das Jahr ja gestorben.
00:16:23: Die haben eigentlich die Nazis während dem Zweiten Weltkrieg quasi durchgeführt Da kann man das sagen, oder haben die das quasi vereinnahmt?
00:16:35: Sich so den Kraftstoff quasi einverleibt.
00:16:38: Wie geht das?
00:16:39: Machi war außerordentlich wichtig für die Ernährung der Wehrmacht und auch der deutschen Bevölkerung.
00:16:44: Man kann dieses Wort durchgefüttert vielleicht fast ein bisschen gebrauchen.
00:16:50: Und das hat natürlich dann auch die spätere Nachkriegsgeschichte etwas belastet.
00:16:57: aber ... Es wurde auch hier in den Siebzigerjahren produziert, da waren immer noch fünfhundert Arbeitsstellen.
00:17:03: Fünfzig Prozent weiblich übrigens.
00:17:07: und da wurden auch Gewürze produziert.
00:17:12: so die Konkurrenz vom Aromat das ja jetzt wieder in aller Munde ist weil es nicht mehr Schweizerisch ist dieses typische Schweizerwürzmittel ich glaube von dort hieß das Konkurrentsprodukt von Matschi.
00:17:27: Und es kam dann zu einem Verkauf allerdings an die Aromastoffgruppe Chivon d'En, im Jahr two-thousand zwei meines Wissens.
00:17:44: Die zogen hier ein nachdem eben Marcin Estl weggezogen ist und vor allem nach Singen verlagert hat Das Gesamtgelände verkauft an eine Immobiliengruppe aus St.
00:18:04: Gallen und die hat es jetzt eigentlich zu einem Immobilinkomplex.
00:18:10: Erweitert oder umgenutzt und heute ist die Nutzung außerordentlich vielfältig, weil heisst es hier jetzt?
00:18:20: Und da gibt es Geschäfte.
00:18:23: Da gibt es Start-ups, da gibt das Dienstleistungen, da gibts Fitnessclubs, da kann man sich unterhalten natürlich ausgezeichnet ernähren mit sehr vielen Lokalen.
00:18:33: also es ist etwas los und es gibt auch ein großes Angebot an Arbeitsplätzen heute in diesem Valley, in Kemptal aber eine vollkommene Umnutzung seit den Zeiten von Marci.
00:18:47: Aber man kann festhalten um hier noch Missverständnisse auszuräumen.
00:18:51: Marci geht zurück auf Julius' Marci und ist nicht das deutsche Maggi wie sie es nennen nicht diese Gewürzschöpfe.
00:19:00: Das ist quasi zu Unrecht voreinnahmt worden von den Deutschen.
00:19:04: Zu Unrecht oder zu Recht, natürlich war es der Entscheid von Julius Matschi in Singen zu produzieren.
00:19:12: Heute hat die Schweiz diese Produktion in der Tat verloren.
00:19:17: aber die Produkte sind auch hochwertig wenn sie heute in Deutschland produziert werden selbstverständlich und dieser dunkle Fleck bleibt natürlich.
00:19:28: das war ein Problem dass natürlich wirklich dieses Matschi-Unternehmen in Deutschland dann rigoros durchgegriffen hat und auch Manager waren, die eng lid waren mit dem System von Hitler.
00:19:45: Und das ist ein Teil dieser Industriegeschichte, den man akzeptieren
00:19:49: muss.".
00:19:50: Was ist der große Verdienst von Julius Matschi für die Schweiz?
00:19:55: Was verdankt die Schweizer Eidgenossenschaft Julius Matschie?
00:20:00: Was würdest du sagen?
00:20:01: Ist da der Meilenstein?
00:20:03: seines Wirkens, Schaffens und Betriebs?
00:20:06: Es ist sicher die Tatsache, dass er die Ernährung auf völlig neue Grundlagen stellte.
00:20:12: Und die Ernärung ist außerordentlich wichtig für unsere Gesundheit.
00:20:17: auch das wir immer älter werden, dass wir immer größer werden hängt ebenfalls damit zusammen und hier hat Julius Marci ganz, ganz großes geleistet.
00:20:28: Später dann auch im Verbund mit einer anderen großen Nahrungsmittelfirma mit Nestle.
00:20:34: Man hat sich ja zusammengetan.
00:20:36: Heute wird hier ganz anders gewirtschaftet.
00:20:39: Diese Zeit dieser industriellen Produktion in der Schweiz von Nahrungsmitteln ist offensichtlich etwas abgelaufenes, ist einfach zu teuer geworden.
00:20:50: und hier ist eine Immobiliengruppe jetzt dran diesen Gebäuden zum Teil in alter Gestalt, zum Teil neu gebaut wieder einen Sinn und ein Zweck zu geben.
00:21:02: Welchen Aspekt?
00:21:03: Welche Fassette haben wir vergessen beim Reichhaltigen wirklich Erfolgsleben von Julius Marci seiner Produkte vielleicht auch der Geschichte für die Schweiz?
00:21:14: Wir kommen eine lustige Episode in den Sinn im Buch.
00:21:18: Mein Name ist Eugeen von Klaus Schäddelin.
00:21:22: Da sind nämlich die vier Kameraden ausgebrochen aus dem Pfadfinderlager im Tessin und wollten den Fritz Ali Bühler, den Helden ihrer Jugendzeit in Zürich besuchen.
00:21:35: Und da behauptete der grossartigste Erzähler dieser Viererbande, nämlich der Rai-Glieder.
00:21:41: Heißt nach einem Kaugummi.
00:21:43: das ist aber wieder eine andere Geschichte an einem völlig falschen Ort.
00:21:48: hier sei eben dann bald die Firma Machi man sei demnächst in Kemptal und Da würde man ganze Erinnerherden in die Trichter treiben und am Schluss käme dann kleine Matchi-Würfel raus.
00:22:03: Und einmal hätte man versehentlich ein Scheusal eines Vizedirektors oder eines Direktores in diesen Trichtern getrieben, und die Matchi Würfel hätten noch zwei Wochen einen schlechten Nachgeschmack gehabt.
00:22:18: Das kann ich mich gut erinnern, dass sich das als Kind gelesen habe und so eben mit Matchi in Kontakt gekommen
00:22:24: bin.".
00:22:25: Liebe Christoph, ganz herzlichen Dank für diese Episode.
00:22:27: Für die Ausführungen zu Julius Marchi hinter uns sehen Sie noch das Gebäude mit dem Café, das eben nach diesem Gründen, nach diesem Schweizer Pionier der Ernährungsindustrie benannt worden ist.
00:22:42: Vielen herzliche Dank für die Aufmerksamkeit und Wünsche Ihnen mit diesen Bildern ein schönes Wochenende bis zum nächsten Mal bei Weltwoche Daily Spezial und vor allem auch Meilensteine der Schweizer Geschichte.
00:22:52: Vielen Herzlich Dank!
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