«Universalsprache des Friedens»: Startrompeter Till Brönner über Musik in Zeiten des Krieges

Shownotes

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«Universalsprache des Friedens»: Startrompeter Till Brönner über Jazz, St. Moritz und den Auftrag der Musik in Zeiten des Krieges

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Transkript anzeigen

00:00:08: Grüezi miteinander, ganz herzlich willkommen und einen wunderschönen guten Tag.

00:00:12: meine sehr verehrten Damen und Herren liebe Freunde aus Nah- und Fern.

00:00:17: Ich begrüße Sie zu einer weiteren sehr speziellen Sonderausgabe von Weltwoche Daily die andere Sicht unabhängig kritisch gut gelaunt und zuversichtlich.

00:00:26: vor allem in aufgewühlten in verrückten Zeiten ist Optimismus Pflicht.

00:00:31: wir zeichnen auch vom Sonntag dem zwölften Juli, und wir bieten hier wirklich die andere Sicht.

00:00:40: Die andere Übersicht!

00:00:42: Denn das was Sie da im Hintergrund bestaunen können ist dass kolossale Alpen Panorama des Oberengardins ein weltweiter Magnet eine Faszinationsumgebung die immer wieder beeindruckt.

00:01:00: und was sie da sehen Jetzt zum Teil natürlich etwas klein auf dem Bildschirm, aber hier in voller Pracht.

00:01:07: Das sind die Gletscher!

00:01:08: Das ist der Piz-Balü dann der Roseggletscher.

00:01:11: Ja schon ein bisschen zurückgezogen hat er sich aber immer noch in seiner majestätischen Ewigkeitsqualität zu bewundern.

00:01:20: Wir sehen Bontresina wir sehen den Staatsersee, den Sankt Moritzersee, Silz Maria und weitere Seen Samadenscelerina also hier sozusagen die Oberengardiner Kulisse auf engstem Raum gewissermaßen gebündelt und nicht weit von hier, ja vor etwas über hundert Jahren spazierten die Kulturgrößen Europas zum Beispiel ein Friedrich Nietzsche aber auch viele andere ganz berühmte Zeitgenossen und auch historische Figuren.

00:01:52: gestalten sind da.

00:01:55: zu besichtigen gewesen und die Kultur ist auch das Thema unserer heutigen Ausgabe.

00:02:00: Und jetzt komme ich langsam auf unseren Gast zu sprechen, der das Ganze hier geduldig über sich ergehen lässt.

00:02:07: dieses Intro.

00:02:08: aber wir sind noch nicht ganz fertig.

00:02:09: lieber Till Bröner Ich möchte dich jetzt auch richtig adäquat vorstellen.

00:02:14: also neben mir steht Till Brønner.

00:02:19: Aber er ist viel mehr noch als Musiker.

00:02:21: Er ist ein kultureller Brückenbauer, ich würde sagen du bist auch eine Art Gesamtkunstwerk.

00:02:28: Thiel Bröner ist der mit Abstand bekannteste und erfolgreichste Jazz-Trombeter Deutschlands mit einer Weltlaufbahn bis in die Vereinigten Staaten von Amerika.

00:02:40: Er isst ein Jazz-Tronpeter, ein Jazzmusiker, auch ein Jazz Impressario, den Jazz etwas aus seiner Man könnte sagen, intellektuellen Nische herausgeholt hat ohne aber die Glaubwürdigkeit des Jazz damit zu beschädigen.

00:02:56: Er hat dem Jazz in Deutschland ein Gesicht gegeben und er ist in der internationalen Jazz Szene ein Begriff.

00:03:04: wenn man ihn vorstellt und er hat gerade gestern am Festival da Jazz in Sankt Moritz gespielt Und wir sind uns hier zufällig über den Weg gelaufen so begegnet man sich halt in der Schweiz.

00:03:16: Vielleicht noch etwas sagen, wenn man über deine Kunst spricht.

00:03:21: Thiel Bröner hat einen ganz speziellen Trompeten-Sound entwickelt und ich ... Du wirst mich korrigieren, wenn ich jetzt etwas Falsches sage!

00:03:29: Ich glaube das ist schon inspiriert an Chad Baker.

00:03:33: kann man das sagen?

00:03:34: Ist es falsch oder richtig?

00:03:37: Chad Becker war ein Einfluss von mir, am Ende des Tages ist es aber eher die Anatomie, die man mitbringt, die den Klang herstellt.

00:03:43: Die Resonanzräume im Inneren haben erheblichen Einflüsse auf den Klangen.

00:03:48: Und was ich jetzt als Dichtrompeter sagen kann, seine Aufnahmen... Sein Stil, seine persönliche Prägung und auch sein Ton hat für mich immer so eine filmische, scenische Qualität.

00:04:02: Ich glaube man kann sagen dass Till Bröner ein Jazzmusiker mit einer Pop-Sensibilität ist aber eben ein popstarres Jazz mit einer melancholischen Seele, der Seele des Melancholikers.

00:04:15: habe ich das richtig dargestellt?

00:04:18: Ich sage mal, ich hätte es fast nicht besser sagen können.

00:04:20: Melancholie wird ja hierzulande übrigens auch stark in Deutschland fast mit so was wie einem Befund gleich gesetzt.

00:04:26: für einen Künstler ist Melancholie ein wunderbarer Begriff weil er wie Tuts Thiele manchmal gesagt hat das Territorium zwischen der Träne und dem Lachen ist.

00:04:35: und genau dort wo man nicht genau weiß wo geht's jetzt gleich eigentlich hin?

00:04:40: da sind die Goldschätze begraben für alles von der Literatur bis zur Musikzomalerei.

00:04:46: Und es ist ein wunderbares, kreatives Terrain und ich liebe es mich dort aufzuhalten!

00:04:51: Nein also, Thiel Bröner einer der bekanntesten Jazz-Trumpeter in Deutschland sicherlich die Nummer eins aber eben auch jemanden das sich übrigens auch hinterher... in der Öffentlichkeit, die man wieder geäußert hat mit verschiedenen Wortmeldungen.

00:05:05: Ich kann mich erinnern während der Corona-Zeit haben wir darüber uns unterhalten gesprochen über die Bedeutung der Kultur auch in dieser damaligen schwierigen Phase.

00:05:13: Auch jetzt sind wir in einer aufgewühlten extremen Zeit.

00:05:17: vielleicht kommen wir darauf noch zu sprechen.

00:05:19: Vielleicht meine erste Frage lieber Till bist du zum ersten Mal hier im Engadin oder warst du hier schon zuvor?

00:05:25: Was bedeutet diese Landschaft für dich?

00:05:28: wie inspiriert dir einen Jazzmusiker?

00:05:32: Also ich glaube als Jazzmusiker ist man generell sehr, sehr offen für alles was die Natur der man selber versucht so weit wie möglich nachzuspüren.

00:05:39: So hergibt und ich meine sich vorzustellen wie viele Jahrtausende und mehr wesentlich mehr es gebraucht hat um sowas herzustellen und irgendwann wird's auch wieder anders aussehen wenn wir alle nicht mehr sind.

00:05:50: das hat schon etwas so Uriges dass man eigentlich geneigt ist sich aus dem ganzen Thema selber aus zu blenden denn wir sind ja alle nur kleine Armeisen.

00:06:00: Aber Jazz-Musik ist Musik, die aus der Natur kommt.

00:06:04: Sie ist ein Lebensgefühl, aber vor allem auch ein Freiheitsgefühl.

00:06:10: Ein ganz natürlicher den Menschen angeborener Freiheitsdrang sich so häufig wie möglich so frei bewegen zu können und nicht wissen was gleich passiert.

00:06:19: Aber davor keine Angst zu haben.

00:06:21: Und ich glaube das ist für mich der wichtigste Anspruch an mich selber, aber auch letztlich der attraktivste Faktor.

00:06:29: Mich auf eine Bühne stellen zu können und wirklich nichts anderes zu sein als ich selber.

00:06:33: Und deswegen habe ich auch keine Angst vor Publikum.

00:06:36: Auch wenn es natürlich streckenweise Lampenfieber gibt.

00:06:38: das geht an niemanden vorbei ja in mir schon mal gar nicht.

00:06:41: Aber es ist toll, in dem Augenblick seine eigene persönliche Geschichte erzählen zu können und auf der Bühne mit anderen Musikern verhandeln zu können was am Ende rauskommt.

00:06:50: Das kann kontrovers sein das sollte auch kontroverse sein aber im Ende des Tages sollten die Menschen ich sage mal sowas ähnliches wie einem Schaukampf mit gutem Ausgang beiwohnen dürfen

00:06:59: Auch ein Wettbewerb der Virtuosität.

00:07:02: Meine Damen und Herren, Sie haben vielleicht die Stimme auch erkannt?

00:07:05: Die Thiel-Brünnershow auf Klassikradio ist ja in der Schweiz sehr bekannt dieser Center.

00:07:12: Und du machst es am Sonntag, glaube ich.

00:07:14: Jeden Sonntage hast Du die Thielbrönnershow.

00:07:16: Ist das richtig?

00:07:17: Samstag oder Sonntags?

00:07:18: Freitag!

00:07:18: Jeden Freitagenabend von zwanzig bis zweinzwanzig Uhr auf Klasikradios.

00:07:23: Und jede Woche ...

00:07:26: Jede Woche, egal wo ich bin.

00:07:28: Ich zeichne das unterwegs auf denn ich kann nicht im Sender sein aber das ist auch eine große Freiheit.

00:07:33: Ich habe mich zwei Stunden einer Musik zu widmen die mir persönlich ganz viel bedeutet.

00:07:39: natürlich ist es nicht meine Musik nur gelegentlich die ich dort spiele Aber dass was ich selber gerne höre das was mich sozusagen auch sozialisiert hat musikalisch und dafür die Zeit anzuhalten für zwei stunden.

00:07:50: Das hat inzwischen eine nennenswerte gemeine gefunden und wir sind eine große wenn man so möchte.

00:07:54: klassik radio.

00:07:56: Ich spreche mir ein bisschen über dein Leben, um zu verstehen, wer du eigentlich bist.

00:08:00: Du bist geboren in den Nähe von Düsseldorf, der holländischen Grenze Viersen.

00:08:07: Du warst aufgewachsen und habe ich die ersten fünf Jahre in Rom nach Deutschland gekommen.

00:08:11: Klassische Ausbildung... Was ist die wesentliche Prägung deiner Kindheit?

00:08:16: Wie bist du auf den Jazz gekommen?

00:08:18: Es ist ganz lustig.

00:08:19: Mein Vater war Lehrer, meine Mutter auch hat allerdings für die Familie ihren Beruf etwas hinten angestellt was uns Kinder offen gesagt sehr sehr klasse war.

00:08:28: natürlich aber man konnte sich fürs Ausland bewerben das kann man heute immer noch und wir hatten als Wunsch Rom angegeben und das ist glücklicherweise dann auch passiert.

00:08:37: und so habe ich die ersten fünf Jahre meines Lebens die ja bekanntlicherweise nicht wenig prägend sind in der ewigen Stadt verbracht.

00:08:44: und als wir zurück nach Deutschland gingen fünf Jahre später, wusste ich wenn man so möchte auf kindlichem Niveau zwar aber dann doch mehr über Italien und diese wunderbare Stadt als über das Heimatland meiner Eltern.

00:08:56: Und das hat mich sehr geprägt bis heute von Gastfreundschaft bis zur Kulinarik von der Mentalität bis hin zur Geschichte die ja dort allerorts also wirklich unübersehbar ist Ja, am Ende des Tages vielleicht auch irgendwie das Katholisch sein.

00:09:11: Ich bin das noch zumindest laut Pass oder laut Finanzamt.

00:09:15: Er hat mich inzwischen davon deutlichst verabschiedet.

00:09:20: aber es ist doch eine Prägung die am Ende dieses Tages auch Krisen überwindet.

00:09:23: und da muss man glaube ich in Italien nun mal ein bisschen links und rechts schauen um zu merken...die bleiben am Ende Katholische!

00:09:29: Was ist die entscheidende Kindheitserinnerung wenn man hier in Rom in diesen ewigen Gemäuren herumgespielt, herumgekrochen ist?

00:09:36: Familie Ganz eindeutig.

00:09:38: Alleine zu beobachten, wie man in Restaurants reinkommt und Kinder von vornherein ein solches Willkommensgefühl erleben.

00:09:47: Die sind eigentlich nie laut im Restaurant und es ist ein großes Happening.

00:09:51: Und ich glaube, dass die Familie auch über viele Krisen dort hinweggehäufen hat, die ja auch die Italiener unterzubewerkstelligen haben dieser Tage.

00:09:59: Das bedeutet sehr viel, die Familie!

00:10:04: Da sind Sternen.

00:10:07: Mein Vater war ein leidenschaftlicher Bach-Fan und ist es immer noch.

00:10:11: glücklicherweise, das war viel klassische Musik in unserem Haushalt.

00:10:14: Meine Vorfahren waren allesamt durch die Bank Kirchenmusiker, also Chorleiter, Organisten und uns auf beiden Seiten meiner Eltern.

00:10:23: Und es hätte gut und gerne ein klassischer Musiker aus mir werden können.

00:10:26: Und zunächst ging die klassische Ausbildung, die ich hatte auch wirklich genau in diese Richtung.

00:10:31: Mein Lehrer auf der Trompete hätte gerne gesehen, dass sich in einem Symphonierorchester lande aber als ich das erste Mal Louis Armstrong im Fernsehen sah.

00:10:39: Das war so Ende der siebziger Jahre Wusste ich plötzlich instinktiv, dass da etwas existiert?

00:10:44: Dass mich noch eine Weile beschäftigen wird wahrscheinlich.

00:10:47: und der Schritt am Ende zu sagen das soll jetzt auch mein Hauptberuf werden.

00:10:52: Der kam so mit zwölf dreizehn und den habe ich bis heute nicht bereut.

00:10:56: Es war ein wichtiger Schritt aber auch ein ungewöhnlicher.

00:10:59: Meine Eltern hatten sicherlich das Gefühl, dass sich etwas Stabileres in Angriff nehmen sollte Aber ich habe das, glaube ich mit großer Überzeugungskraft vertreten.

00:11:08: für mich und als dann das erste Feedback kam wussten sie auch wir lassen den Jungen mal seinen Weg gehen.

00:11:14: Und was ist die Platte?

00:11:16: Was ist der Musiker, der dich letztlich in den Jazz hineinkatapultiert hat?

00:11:19: Was lose Armstrong?

00:11:21: Lose Armstrong war ganz sicherlich einer der wichtigsten Einflüsse.

00:11:24: Ich meine man muss sich mal vorstellen da kommt jemand der die Musik generell mehrmals so auf den Kopf gestellt hat Ein so großer Innovator, übrigens auf der Trompete geblieben ist.

00:11:37: Ich behaupte und da bin ich nicht alleine auf der Welt bis heute gibt es keinen einzigen Trompeten-Virtuosen obwohl ja in der Technik alles überholt wird ständig und täglich Der Louis Armstrong technisch aber auch musikalisch nur annähernd das Wasser reichen könnte.

00:11:50: also er könnte in jeder Band der welt heutzutage mitspielen wenn er noch da wäre und eine so über die maßen gute Figur machen dass es ein Jahrhundert vielleicht sogar Jahrtausende Ereignis gewesen.

00:12:01: Du hast dann sehr schnell Karriere gemacht im Jazz.

00:12:04: Du hast in Berlin als junger Trompeter beim Riasorchester, also das Radio-Rundfunk...

00:12:14: Rundfunk im amerikanischen Sektor, R-I-A-S.

00:12:17: Das war der RIAS ein Sender davon in Amerikanern zum Zeitpunkt der Befreiung in Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde als ungefähr erstes gegrünt worden weil man das deutliche Gefühl hatte man möchte die Bevölkerung erstens wieder mit einigermaßen brauchbare Information versorgen und zweitens eben auch mit Musik- und Unterhaltung.

00:12:36: Und da wurden eben auch Orchester gegründet, ich landete dann tatsächlich Anfang der neunziger Jahre mit knapp zwanzig Jahren im Riastansorchester wie es damals noch hieß unter Horst Jan Kowski ein wunderbarer Jazz-Pianist in den Sechzigerjahren, auch bei MPS Untervertrag wie viele andere Oscar Petersen und Monty Alexander.

00:12:56: Und hatte einen großen Weltort nämlich die Schwarzwaldfahrt, die sogar Quincy Jones und Ella Fitzgerald irgendwann aufgenommen hat.

00:13:02: also I wish i wrote it!

00:13:03: Wie man so schön sagt ja?

00:13:05: Unglaublich meine.

00:13:06: du hast ja dann im Verlauf deiner Karriere mit unglaublichen Leuten gespielt.

00:13:10: wir kommen noch darauf zu sprechen.

00:13:11: also du warst da in diesem Orchester, hast dann sehr jung eigentlich eine Solo-Karriere lanciert galtest als Wunderkind und wurde es dann schon bald von amerikanischen Spitzenlabels unter Vertrag genommen, jetzt für alle Jazz-Freaks.

00:13:25: Und ich gehöre auch noch zur händlichen Generation!

00:13:28: Ich bin auch noch mit diesem Soundtrack sozusagen ins Leben hinein gestartet... Du bist bei Worf aus einem ja legendären Plattenlabel bis du da runtergekommen hast, hat schon bald mal eine Gremienominierung bekommen mit Lalo Schiffrin.

00:13:43: Erzähl mal Du bist ja nicht einer der prallt jetzt da mit seinen Begegnungen.

00:13:48: Aber lass uns mal ein bisschen das Name-Tropping hier aufblitzen!

00:13:51: Mit wem hast du da so?

00:13:52: Was waren die beeindruckendsten Leute, mit denen du gespielt hast?

00:13:56: Ich musste mich manchmal tatsächlich kneifen... was ich da erleben durfte.

00:14:00: Ich war zwanzig und die meisten Musiker neben mir hätten tatsächlich meine Großväter sein können, und es waren auch dieses alte Berlin aber letztlich auch die alte Art zu arbeiten.

00:14:10: man muss sich vorstellen hat ein Orchester noch auf ganz herkömmliche Art und Weise gearbeitet ist gab Radio Shows mit Publikum, gab Fernsehauftritte und von Katharina Walente bis Dave Brubeck von Ray Brown der Bassist der eigentlich das Kontrabass Spiel wie man es heute als das Nonplus Ultra bezeichnet erfunden hat Werbiko, Hildegard Knäf, Shirley Bessey.

00:14:32: Konty Kandoli, mein Trompetenidol und viele mehr kamen da alle wochenweise durch.

00:14:38: Ich habe Bauklötzer gestaunt und neben den Sitzen dürfen.

00:14:42: So wichtige Kontakte knüpfen können.

00:14:44: Mit Ray Brown durfte ich dann meine erste Platte aufnehmen, also ich hatte große Startchancen muss ich sagen die auch nicht jeder hatte.

00:14:51: andere in meinem Alter wären aber möglicherweise auch nach New York gegangen.

00:14:54: und ich habe plötzlich gemerkt ich glaube genau da wo ich bin darf ich gerade Zeit verbringen und einem meine Zeit lang verweilen.

00:15:01: Nach acht Jahren bin ich aus diesem Orchester ausgetreten weil ich merkte Ich möchte eigentlich mal eine eigene Laufbahn ein bisschen forcieren weniger Dienstleister in dem Sinne sein.

00:15:10: Und das war auch die richtige Entscheidung.

00:15:13: und ab dann haben sich Labels deutlicher begonnen, für mich zu interessieren.

00:15:17: Wir sprechen noch von der Zeit wo CDs als solches wie noch was Neues waren, wo auch noch Einheiten verkauft wurden natürlich.

00:15:25: So geriet ich immer mehr ins Blickfeld eigentlich auch der internationalen Jazzpresse zumindest etwas erreichen dürfen, weil ich auch eine Geschichte erzählen wollte, die am Ende meiner eigene war.

00:15:37: Was nicht so häufig passiert?

00:15:39: Gleichwohl wurde ich sehr, sehr häufig gefördert und ich glaube zu Talent oder Fleiß gehört einfach am Ende auch ein bisschen Glück dazu wenn nicht sogar eine ganz große Portion Glück.

00:15:48: Es kamen Förderer... Ich wurde von Roger Willimsen der damals in Deutschland eine führende Fernsehfunktion in Sachen Kultur hatte zwei-drei Mal in eine Show eingeladen, die das Zielpublikum pur bediente.

00:15:59: Das war für mich wunderbar und ab da ging es, ich will das nicht sagen ganz automatisch weiter.

00:16:05: Man muss sich da immer reinhängen aber es hat mich an Orte gebracht von denen ich nie gedacht hätte dass ich sie mal irgendwann sehen würde oder händeschütteln würde die eigentlich nur aus dem Fernsehen kenne.

00:16:17: Ich kann mich erinnern als ich als junger Musikjournalist in Köln war.

00:16:25: Da war ein riesiger Artikel, glaube ich in der F-Wertzeit sogar über den Thiel Brönner drin.

00:16:29: Diesen aufstrebenden Shootingstar des deutschen Jazzens ist auch aufgefallen.

00:16:35: All die Girls, die da bei uns auch noch in der ganzen Gruppe waren, die sind also... Die hast du ja auch zum Jazz bekehrt!

00:16:42: Aufgrund deiner charismatischen Präsenz, im Jahr zwei Tausendsechzehn ist sie auch so einen Meilensteinjahr für dich gewesen.

00:16:49: und da bist du eingeladen worden von Präsident Obama ins weisse Haus sozusagen in den Pantheon, den Olymp des Jazz mit den Nummer eins Amerikanern.

00:17:01: Du bist glaube ich als einziger Deutscher bis du da eingeladen wurden.

00:17:05: was war das für ein Erlebnis?

00:17:07: Es war sehr sehr beeindruckend.

00:17:09: man muss sich das mal vorstellen.

00:17:10: der erste afroamerikanische Präsidente USA holt sich den International Jazz Day der UNESCO, der jedes Jahr am dreißigsten April gefeiert wird ins Weiße Haus.

00:17:20: Ein symbolischere Akt hätte es gar nicht sein können.

00:17:24: Es war ein Coup.

00:17:24: aus meiner Sicht zu sagen die Musik Amerika ist die einzige Kunstform Amerikas, die wirklich in den Lexika steht.

00:17:32: Jazz!

00:17:34: Holt sich der erste Afroamerikaner ins Weße Haus und hat eine wunderbare Flammende aber auch wirklich hintergründige und witzige Rede gehalten darüber übrigens auch zitiert dass Dizzy Gillespie in den sechziger Jahren tatsächlich einmal offizieller Präsidentschaftskandidat war und zitierte ihn da auf der Bühne.

00:17:50: Es war wunderbar, es gab das große prominenten Foto mit everybody von Sting bis Elgerow, von Herbie Hancock bis Rita Franklin damals noch auf der bühne aktiv Und viele viele mehr als Chico Ria alle waren dort.

00:18:03: John McLaughlin Ich stand daneben.

00:18:07: was mich aber am meisten beeindruckt hat war eigentlich auch zu sehen wie einige sehr namhafte amerikanische schwarze Jazzmusiker andächtig durch diesen Park des Weißen Hauses spazierten.

00:18:19: Und einer guckte mich an und sagte, well I've been everywhere!

00:18:22: Ich bin wirklich überall auf der Welt gewesen aber das ist ein wahnsinnig erhebender Moment für mich.

00:18:26: ich bin zum ersten Mal im weißen Haus das wäre mir früher unter anderen Präsidenten nie passiert und dessen Zeuge gewesen zu sein das beschäftigt mich teilweise heute noch

00:18:36: also Obama die eigentlich diese ur-amerikanischen Kultur und Kunstform die Anerkennung gegeben hat.

00:18:45: Das war der entscheidende Meilenstein

00:18:48: damals.".

00:18:49: Es war auf jeden Fall neben einigen anderen Errungenschaften und natürlich auch viel Kritik, die Präsidentin immer einstecken wie ein glaube ich kultureller Hochkuh.

00:18:57: Und das hat die Welt auch wahrgenommen damals, weil er sich auch selber total am Musik fern ist.

00:19:02: Er hat ja immer wieder mal gesungen bei irgendwelchen Empfängen oder Abendessen und hat sich wirklich mit den Musikern, die er wirklich heiß und innig liebt und auch seine Frau, der eine große Affinität dazu gezeigt.

00:19:13: Er ist extrem freundlich mit allen und sehr persönlich umgegangen, möglicherweise nichts anderes trainieren als das.

00:19:20: Demgegenüber immer das Gefühl zu geben, du bist gerade das Wichtigste.

00:19:23: aber es war toll zu sehen wie er Herbie Hancock einfach wie ein alter Freund in die Arme fiel und alle kannten sie schon.

00:19:29: Und irgendwann kam er nach Deutschland.

00:19:31: Die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihm zum Besuch eingeladen durfte dann am Patön auch im Bundeskanzleramt damals spielen.

00:19:38: Und da habe ich ihn persönlich gefragt in Obama, wenn wir das Haus of Jazz eine Institution, die seit vielen Jahren Plane in Deutschland eröffnet irgendwann würden sie kommen und das Band durchschneiden?

00:19:47: Das hat der bejaht!

00:19:48: Ich werde Ihnen zu passendem Zeitpunkt daran

00:20:00: erinnern.".

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