Sommer-Spezial: Prof. Christoph Mörgeli über das Rathaus des liberalen Lugano und die heftigen Tessiner Parteikämpfe

Shownotes

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Sommer-Spezial: Prof. Christoph Mörgeli über das Rathaus des liberalen Lugano und die heftigen Tessiner Parteikämpfe (Folge 3)

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Transkript anzeigen

00:00:06: Ich habe Glück, was ich in meinem Leben

00:00:08: gearbeitet

00:00:10: und habe Freude gehabt.

00:00:10: Und bin stolz.

00:00:11: Wenn ich zugelegene Fünfzehn Jahre bin schon eine Zeit.

00:00:15: Es ist eine lange Zeit und das macht mich auch stolz zu sehen, was beim Vater alles aufgebaut hat und was ich weiterführen darf.

00:00:23: Mein grösster Wunsch, dass er dieses Geschäft übernimmt, ist in Erfüllung gegangen.

00:00:28: Ich bin sehr, sehr stolz

00:00:29: und glücklich,

00:00:31: den Schritt

00:00:31: gemacht haben.

00:00:36: Grüezi miteinander!

00:00:37: Ich begrüße Sie ganz herzlich diese dritten Ausgabe unserer Sommerserie über Lugano, über das Tessin und all seine Facetten.

00:00:45: Lieber Christoph Wörgerli, wo sind wir hier heute?

00:00:48: Was ist das Gebäude hinter uns um?

00:00:50: was geht die dritte Folge dieser Sommelserie über Logano?

00:00:55: Grüezie miteinander!

00:00:56: Hinter uns befindet sich das Municipio, das Rathaus von Logano imposante Geschichte aufweist.

00:01:07: Wir befinden uns hier an der Piazza della Reforma, inmitten der Altstadt von Lugano.

00:01:15: Siehst du das Rathaus?

00:01:16: Ist es immer noch quasi Sitz der Regierung des Parlaments?

00:01:21: oder was findest du hier in der Stadt hinter uns?

00:01:24: In der Tat ist es der Sitz einer Stadtregierung nicht mehr der Kantonsregierung aber die Stadtregierung, die siebenköpfige Tag hier.

00:01:34: Ebenso das sechzigköpfige Parlament, also die Legislative von Lugano ist in diesem Gebäude jeweils tagend.

00:01:44: Wann wurde das Rathaus gebaut und wer ist dafür verantwortlich?

00:01:48: Das Rathuis wurde anstelle eines Vorgängerbaus nämlich der Residenz des Bischofs von Gomo erbaut.

00:01:57: Dieser Vorgängerbau stammt aus dem Jahr Der wurde aber mitsamt einer kleinen Kirche weggeräumt gewissermaßen und musste Platz machen, diesem neuen Rathaus.

00:02:13: Das in den Jahren eighteenhundert, dreiviertzig-und vierundvierzig errichtet wurde also in erstaunlicher Geschwindigkeit für einen doch sehr, sehr stattlichen und repräsentativen Bau mit einem quadratischen Grundriss Und in der Mitte dieses Baus befindet sich ein hübscher Innenhof.

00:02:35: Es war eine hochinteressante Zeit damals, in der Schweiz.

00:02:39: Bundesstaatsgründung wenige Jahre später... Was war hier in Lugano?

00:02:45: Ja was war hier damals für eine Zeit?

00:02:50: Was hat man da auch etwas gespürt, einen Umbruch?

00:02:54: Bundesstaatesgründungen?

00:02:55: waren das ein Thema!

00:02:56: Das war durchaus ein Thema, denn das Tessin wurde zum vollwertigen Kanton der Schweiz im Jahr eighteenhundertdrei.

00:03:04: Hatte dann allerdings, achtzehnhundertfünfzehn eine restaurative Kantonsverfassung also doch wieder eher rückwärts gewandt dass konservative betonend wie in den ganzen Schweiz diese Periode restaurativ war und diese in den dieser Bau entstand, waren doch Jahre des Aufbruchs des Liberalen und des freiheitlichen Aufbruch hin zu einem modernen Bundesstaat.

00:03:35: Und wir sehen auch das ein gewisser Stolz hier doch auch in Architektur gegossen ist.

00:03:41: Wir sehen allegorische Figuren die da eben die Freiheit, auch die Religion und natürlich die Stärke verkörpern sollen.

00:03:52: Die Inschrift lautet dass die Bürger von Lugano diesen Bau bezahlt haben.

00:03:58: das war auch so Auch wenn dann periodisch die Tessiner Regierung hier drin getagt hat immer dann wenn eben Luganoregierungssitz war.

00:04:08: Da hat man abgewechselt zwischen Lugano, Locarno und Bellinzona.

00:04:13: In den Achtzehnten-Siebzigerjahren ist dann Bellinzona zum ständigen Hauptort geworden.

00:04:21: Was war die Rolle des Cicins vielleicht auch von Lugana für die Bundesstaatsgründung Achtzin-Achternvierzig?

00:04:28: Das Cicin hatte damals seit den Achteunterdreißige Jahren eine Liberale, eine Freisinnige Mehrheit und hat entsprechend auch sich für den Bundesstaat eingesetzt.

00:04:40: Das ist nicht selbstverständlich, zeigt aber eben auch dass man nicht vereinfacht sagen kann es waren Reformierte gegen Katholiken, nein!

00:04:50: Auch die katholischen Liberalen haben mitgewirkt bei dieser Bundesstaatsgründung.

00:04:55: Die Tessiner waren auf Seiten der eidgenössischen Truppen im Sonderbundskrieg also nicht auf Seite des katholisch-konservativen Sonderbund.

00:05:05: Sie haben so mit wechselndem Glück gekämpft, sie wurden dann auch zurückgedrängt am Gotthard.

00:05:11: die Urschweizer haben da einen Sieg errungen.

00:05:14: aber letztendlich haben sich eben doch die eidgenössischen Truppen durchgesetzt und das Cessin gehörte gewissermaßen zu den Siegerkantonen.

00:05:24: damals

00:05:25: gab es Vordenker auf Seiten des Cessins für diese Liberale Schweiz Italienisch sprechende Persönlichkeits, die zu dieser Zeit herausragten?

00:05:37: Durch Haus.

00:05:38: da wäre zu nennen der erste Tessiner Bundesrat.

00:05:42: Der bereits in den Bundesrat einziehen konnte, heißt also dass man die Italienensprachige Schweiz von Anfang an zu integrieren versuchte in diesem Bundesstaat.

00:05:56: das war ein Politiker namens Francini, wir werden von Francini dann noch in einer Meilensteinsendung sprechen.

00:06:05: Das war ein ganz wichtiger Mann in den Achtzehn, Dreißiger und Vierziger Jahren der eben für den Liberalismus wenn auch in seiner Person für einen gemäßigten Liberalismus eingetreten ist und über die Grenzen des dessines große Achtungen genoss in der übrigen Schweiz vor allem als Statistiker Giovanni Battista Bioda aus einem Dogarnesser geschlecht stammend auch ein wichtiger freisinniger Politiker, der dann die Nachfolge von Brancini antrat als Bundesrat.

00:06:41: Also die prägenden Figuren waren damals auf der liberalen Seite.

00:06:46: Wie hat sich der politische Kanton desine Lugano über Jahre entwickelt?

00:06:52: Was ist da bemerkenswert erwähnenswert?

00:06:55: Im Ninzehnt Jahrhundert sind die Parteikämpfe hier in Tessin außerordentlich heftig.

00:07:01: Das heißt, die Konservativen, die eben auch sehr kirchlich waren, sind den Liberalen in großer Feindschaft gegenüber gestanden.

00:07:13: Erschwerend kam dazu, dass jeweils Regierenden versuchten auch mit allerhand Manipulationen und Tricks- und Wahlkreiseinteilungen die jeweils andere Partei zu benachteiligen.

00:07:26: So eben geschehen in den Achtzehn-Siebzigerjahren durch die vorherrschenden Konservativen, die eben die Wahlkreisen so einteilten das die Liberalen keinerlei Chancen hatten.

00:07:39: Und so kam es denn zu gewaltigen Unruhen, eigentlich erstmals wieder zu größeren.

00:07:46: Seit damals die Tessiner zur Schweiz wollten unter dem Motto Liberie es witzere und sich damals auch durchgesetzt haben gegen jene Kräfte, die sich der Zisalpinischen Republik den Franzosen gewissermaßen anschließen wollten.

00:08:06: Jetzt kommt es erneut zu ganz großen Unruhen beispielsweise bei Wahlen in Stabio im Jahr eighteenhundertsechsundsiebzig.

00:08:16: da gab es drei Tote also wirkliche Todesopfer durch diese Wahlkämpfe Und es mussten zeitweise immer wieder eidgenössische Truppen über den Gotthard später dann durch den Gottherd hindurch für Ordnung sorgen.

00:08:34: Also, es kamen dann Kommissäre, Eidgenösse, die eben hier wieder die Unruhen besänftigen mussten und die Gemüter etwas abkühlten.

00:08:45: Und ebenfalls ein ganz großes Ereignis war, das war im Jahr eightehundert neunzig damals herrschten auch die Konservativen Und die Liberalen waren so erbittert über die Wahlkreiseinteilung und weil man auch nicht vorwärts machte bei Reformen, etwa bei der Volkswahl, der Regierungsträte und anderen demokratischen Fortschritten.

00:09:08: Dass man zu einem Putsch griff, dass man das Zeughaus überfiel in Belinzona und dann auch das dortige Regierungsgebäude – und ein Regierungsrat der Konservativen wurde tatsächlich erschossen!

00:09:21: Und in diesem Jahr, im Jahr eightiehundert neunzig kamen auch dann eidgenössische Truppen damals bereits durch den Gotthard per Eisenbahn die in Belinzona wieder für Ruhe und Ordnung sorgen mussten unter dem Argauer Oberst- und Nationalrat Künstli der da eben für Ruhen sorgen musste.

00:09:40: Und später hat man dann allerdings einen Kompromiss gefunden so dass das sie ihn dann ab dem ausgehenden Jahrhundert doch politisch in ruhigere Bahnen kam.

00:09:51: Das ist ja wahnsinnig!

00:09:52: Wer hat diese Gemüter abgekühlt?

00:09:56: Wie war das möglich?

00:09:58: Es wurden dann Kompromisse erzielt, insofern als von eidgenössischer Seite hergesagt wurde versucht es doch zusammen macht auch eine Konkordanz Regierung man hat auch die Verfassung entsprechend angepasst dass sie seine Gerechte Verteilung gab der Sitze, dass also nicht irgendwie Wahlmanipulationen vorkommen kommt und geschweige dem Gewaltsamen auseinandersetzungen.

00:10:26: Und so ist dann eigentlich das Tessin zur Vorkämpferin oder zur Vorläuferin geworden der schweizerischen Konkordanz, wie sie sich dann durchsetzte.

00:10:36: Auch das Proporzwahlrecht in die Regierung hat viel zur Beruhigung beigetragen, indem eben die jeweilige Minderheit nicht einfach Nullsitze hatte sondern gemäß ihrer Stärke auch in den Parlamenten und in der Regierung vertreten war.

00:10:51: Wir waren da die entscheidenden Personen für diese besänftigen Ideen gesorgt haben?

00:10:59: Das waren schon vor allem der Bundesrat und das waren dann auch diese heitgenössischen Repräsentanten.

00:11:06: Unruhen gab es bereits im Zuge des Sonderbundskriegs, auch damals mussten bereits Repräzentanten hierher kommen um eben die Gemüter etwas zu besänften.

00:11:18: in der übrigen Schweiz wurde natürlich gesagt die Emotionen der Tessiner sind halt nun einfach etwas sagen wir mal vollblütiger und etwas temperamentvoller als die etwas langsameren, vielleicht auch etwas ruhigeren und gemäßigteren Deutsch-Schweizer.

00:11:37: Aber das waren vielfach auch Vorurteile in der Tat.

00:11:40: aber hier waren die Parteienkämpfe ganz besonders heftig im neunzehnten Jahrhundert.

00:11:45: War das in der Folge dann ruhiger, gesitterter?

00:11:50: Nicht mehr so hitzig wie Ende des neunzehnten Jahrhunderts.

00:11:54: Wie lief das weiter?

00:11:56: Es war dann eindeutig ruhiger, vor allem hier in Logano.

00:12:00: da ist zu sagen dass Logano immer ein liberaler Mittelpunkt war.

00:12:05: also Logano war immer liberal.

00:12:08: letztlich beherrscht hatte hier eine satte, liberale Mehrheit.

00:12:13: Das ist für Locarno auch teilweise der Fall.

00:12:17: in Belinzona und im oberen Kantonstal saßt er wieder anders aus.

00:12:21: Da waren vor allem die Konservativen stark.

00:12:23: aber auch hier unten im Soto-Chenri in den etwas abgelegeneren Gebieten war auch der Einfluss der Geistlichkeit der katholischen Pfarrer natürlich größer Und die haben durchaus noch von der Kanzel politisiert.

00:12:38: Aber es kam dann in ruhigere Bahnen und Lugano war, wie ich gesagt habe wirklich immer eine liberale Zentrale.

00:12:47: Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrig – was war da in Luganno?

00:12:53: Wie hat man da reagiert?

00:12:56: Was hat da die Menschen umgetrieben?

00:12:58: Das Tessin war natürlich ein Grenzgebiet.

00:13:03: einerseits eine gewisse Minderheit, die mit dem italienischen Ducce sympathisiert hat.

00:13:09: Das waren aber erstaunlich wenige dann in den zwanzigern, dreißiger und vierziger Jahre auch wenn der Ducche zum Teil unmissverständlich gedroht hat.

00:13:20: Er wolle diese... italienisch-sprachigen Schweizer Teile erobern, vor allem dann als die Schweiz mitmachen musste bei den Boykottmaßnahmen im Zuge des Völkerbunds und das war natürlich undenkbar dass man beim Nachbarland eben Wirtschaftssanktionen einführt in einem mächtigen Staat wie Italien.

00:13:42: Und es ist dann der Schweiz gelungen, wieder zur umfassenden integralen Neutralität zurückzukehren im Jahr und zwar unter dem gleichen Tessiner Bundesrat, der damals den Völkerbund Beitritt massiv propagiert hat.

00:14:01: Das war der konservative Giuseppe Motta.

00:14:05: Ein großer Staatsmann, ein beliebter Staatsmann auch in der Deutsch- Schweiz beliebt international auch einen Mann von großem Format.

00:14:13: War er aus Lugano oder woher stammt Otto?

00:14:16: Nein!

00:14:16: Er ist aus der Gegend von Bellinzona, wo eben viele Konservative damals lebten.

00:14:22: Auch spätere konservative Bundesräte kamen eher aus der Region Bellinzona.

00:14:28: Das ist etwas... speziell regional hier, dass eben doch die Region eine gewisse Rolle spielt.

00:14:35: Welche Partei man wählt?

00:14:37: Lugano.

00:14:38: im zwanzigsten Jahrhundert blieb Luganno diese Stadt, diese Wirtschaftsmetropole der liberale Leuchtturm der Region.

00:14:46: oder wie hat sich diese Stadt verändert?

00:14:49: Auch in dem zwanziger Jahrhundert ist die freisinnige demokratische Partei oder die liberal radikalen eine ganz wichtige Kraft mit Mehrheiten in den Parlamenten und in der Regierung.

00:15:04: Zweitausendvier hat es eine größere Eingemeindung gegeben, heute hat Lugano fünfundsechzigtausend Einwohner also eine stattliche Zahl und regiert wird Luganno die Stadt und auch die umliegenden Orte, die zur Stadt gehören durch einen siebenköpfigen Stadtrat.

00:15:25: ein sechzigköpfiges Parlament im Stadtrat gegenwärtig Ein Präsident, der Vertreter ist der LEGA.

00:15:35: Die Gegner sagen eine recht populistische Partei.

00:15:39: Sie hat zwei Vertretern in der Stadtregierung ebenfalls zwei von den Freisinnigen je ein Vertreeter haben die SVP, die Mittepartei und die SP.

00:15:51: So sieht die Zusammensetzung aus und vielleicht ist zu sagen dass Lugano die einzige größere Schweizer Stadt ist bürgerlich regiert wird, jedenfalls bis vor kurzem war es so.

00:16:04: Jetzt hat auch Winterthur einen freisinnigen Stadtpräsidenten bekommen.

00:16:08: Und ich

00:16:08: glaube auch Thun.

00:16:09: Thun hat glaub' ich auch eine SVP-Stadtpräsentin?

00:16:12: Das ist wahr!

00:16:13: Wenn man Thun auch zu den größeren Orten zählt, ist Thun ebenfalls SVP regiert.

00:16:19: Wie ist das möglich dass hier in Lugano eine bürgernliche Regierung Im Amt ist, während dem in der restlichen Schweiz in den urbanen Zentren eigentlich rot-grün dominiert.

00:16:32: Was macht oder was ist da die Eigenheit hier in Lugana und im Tessin?

00:16:37: Es ist interessant offenbar doch die Wirtschaft so stark dass sich hier die bürgerlichen Parteien durchsetzen können.

00:16:48: Natürlich gibt es auch von der Lega durchaus Konzessionen ans linke Gedankengug, gewisse soziale oder sozialistische Ideen die dann einfließen und die beliebt sind bei der Bevölkerung.

00:17:01: Aber letztlich ist das doch eine wirtschaftsnahe Bevölkerung, die noch immer hier ansässig ist relativ wenig Verwaltung.

00:17:12: Natürlich hat es gerade im Gesundheitswesen auch sehr viele Stellen, die dann wahrscheinlich eher sozialdemokratisch wählen.

00:17:21: Es ist aber doch so dass eine bürgerliche Mehrheit immer noch hier das Zepter in den Händen hält.

00:17:27: Um warum funktioniert eine solche Regierung eben besser auf eine linke Regierung?

00:17:36: Wirtschaft eine große Rolle spielt, tiefe Steuern natürlich nicht allzu viele Gesetze etwas Freiheit und Selbstverantwortung.

00:17:46: Und das ist günstig für eine Stadt wie Lugano.

00:17:50: sie hat auch gelitten speziell im Finanzsektor sehr natürlich früher enorm profitiert vom Bankkundengeheimnis.

00:17:58: Man muss auch offen sagen, dass hier viele italienische unversteuerte Vermögen verwaltet wurden und so Lugano eben zum drittgrößten Finanzplatz aufsteigen konnte.

00:18:10: Was es heute noch ist hinter Zürich und Genf also hat Lugana doch eine wichtige Funktion.

00:18:17: Hat's auch behalten ein Stück weit nach dem Fall des Bankkundengeheimnisses für Ausländer, die Schweizer gilt das ja nach wie vor.

00:18:28: Was macht?

00:18:30: Man muss vielleicht so fragen.

00:18:31: Ist das auch der Tatsache geschuldet, dass ... Eben du hast es in der ersten Folge gesagt, Bevölkerung wird immer älter.

00:18:39: Über Alterung der Gesellschaft.

00:18:40: viele Junge zieht das in die Deutsch Schweiz.

00:18:43: man ist quasi durch den Gotthard natürlich abgekapselt.

00:18:46: nach Italien möchte man auch nicht.

00:18:48: Ist man hier mit dem Bewusstsein Scherker vertraut dass er eben klug machen muss politisch geschickt regieren muss um eben attraktiv zu bleiben um hier immer noch den Tourismus anzulocken ein Bichu der Schweiz zu bleiben?

00:19:02: oder spielt das eher weniger eine Rolle?

00:19:04: sicher eine Rolle.

00:19:05: Man will Lugano attraktiv halten, Luganno leidet auch nicht unter einer wahnsinnigen Abwanderung im Gegenteil.

00:19:13: Luggano ist natürlich die eigentliche Metropole des Tessins eben auch der Wirtschaftsmotor ein Stück weit und diese Rolle wird auch zum Teil kritisch gesehen das ist klar.

00:19:26: aber die Luganesen möchten das so behalten und wählen darum auch entsprechend?

00:19:31: Ist man hier weniger aufgeregt, ein bisschen nüchterner betrachtet man diese ganzen zeitgemäßen Themen mit einem kühleren Gemüt aktuell.

00:19:43: Ich würde jetzt nicht sagen dass die Tessiner ein massivst kühles Gemüt haben.

00:19:48: im Allgemeinen also es gibt auch hier massive Auseinandersetzungen.

00:19:52: gerade als die Lega gegründet wurde war der Ton rupig und ich finde sehr freundlich, also da sind dann schon die verschiedenen politischen Ansichten massivst aufeinander getroffen.

00:20:06: Mittlerweile hat sich das Klima etwas beruhigt.

00:20:10: Die LEGA geht zusammen in Bern mit der SVP.

00:20:15: Aber die SVP ist in den letzten Jahren zunehmend erstarkt natürlich auch auf Kosten der LEGA.

00:20:22: Auch hier im Rathaus sitzt ein Stadtrat der SVB einen gewisser Marco Chiesa, der man kennt als ehemaliger Schweizerischen Parteipräsidentin.

00:20:33: Was ist die Lega für eine Partei?

00:20:36: Warum polarisiert sie so stark?

00:20:40: Was ist da die Ursache?

00:20:42: Die Lega hat einen bislang unbekannten ... Ton in die Tessiner Politik gebracht.

00:20:49: Manche würden sagen zum Schaden der Politik, sie haben natürlich entsprechende Verfilzungen ein Stück weit aufgedeckt, die hier selbstverständlich

00:21:00: waren.".

00:21:01: Sie waren aber auch nicht immer ganz, ganz sauber übers Nierenstück.

00:21:05: Es gab dadurch auch gewisse Abweichungen vom Gesetz von einigen Vertretern dieser Lega.

00:21:14: Aber wir haben uns in Bern immer gesagt bei den... Legisten wissen wir wenigstens, dass sie vielleicht manchmal etwas schummrig agieren.

00:21:24: Bei den ganz bravwirkenden mit Anzug und Krawatte kommenden freisinnigen CVP-Mitte-Politikern weiß man es auch und ist das vielleicht noch etwas schwerwiegender aber es sieht nicht danach aus.

00:21:40: Was haben wir noch vergessen über das politische Lugano?

00:21:43: Über den Kanton desin Vielleicht auch politische Entwicklung über die Jahrhunderte, Jahrzehnte.

00:21:50: Ich glaube schon dass Lugano ein wichtiger politischer Schrittmacher ist.

00:21:55: hier im Tessin wird natürlich auch angezweifelt und bestritten von anderen Städten und Regionen.

00:22:03: aber Luganno ist wichtig stellt einen rechten Anteil der Bevölkerung.

00:22:09: Vierzig Prozent etwa in der Großregion mit den Aglomerationen Und das ist nicht ganz neu, denn wir sehen hinter uns dieses doch stattliche Gebäude zeigt ein gewisses Selbstbewusstsein dieser Luganesi die da mit einer prachtvollen Fassade auch entsprechend auf sich aufmerksam machen.

00:22:32: Die Uhr an der Fassada war übrigens die erste öffentliche Uhr hier in Lugano Und wenn man genau hinschaut, sieht man auch den Gesslerhut.

00:22:41: Also die Befreiungssage ist außerordentlich populär im Tessin was uns ja nicht wundern muss denn die Tessiner waren drei Hundert Jahre ein Stück weit unter dem Jochtar Eidgenossen und waren dann doch froh dass sie zum gleichwertigen Kanton aufsteigen konnten und eben gewissermaßen befreit wurden im neuen Bundesstaat und etwas früher bereits durch die Franzosen.

00:23:05: Was weißt du noch über diese Uhr, die erste Uhr auf öffentlichen Grund?

00:23:09: Ich kann dir nicht sagen wer sie gebaut hat.

00:23:11: Aber ich weiß dass sie seit eighteenhundertvierzig hier öffentlich schlägt und das war natürlich auch ein repräsentatives Zeichen.

00:23:21: Das hat die Bewohner hier von Lugano mit Stolz erfüllt Und Sie wussten doch wir haben ein gewisses Selbstbewusstsein.

00:23:29: Wir sind jemand

00:23:30: Liebe Christoph, ganz herzlichen Dank für diese Ausführung.

00:23:32: Ihnen danken wir ganz herzlich für die Aufmerksamkeit.

00:23:35: Wünsche Ihnen einen wunderschönen Tag!

00:23:37: Wenn Sie sie noch nicht gesehen haben, seien Ihnen die ersten beiden Episoden, die ersten Beiden folgen unserer Sommerspezial-Serie über Lugano wärmstens empfohlen und weiter sehen wir uns in den nächsten beiden Tagen mit weiteren Einblicken zu Luganodemzesin und dieser wirklich wundeschöne Kulisse rund um den Lugans.

00:23:56: Vielen herzischen Dank und einen schönen Tag.

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