«AfD wählen wird immer normaler»: Journalistin Sophie-Marie Schulz über Ben Berndt, Deutschland und Reizfiguren
Shownotes
Das ganze Interview finden Sie hier: https://weltwoche.de/daily/afd-waehlen-wird-immer-normaler-journalistin-sophie-marie-schulz-ueber-podcaster-ben-berndt-deutschland-und-warum-sie-mit-allen-redet/
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«AfD wählen wird immer normaler»: Journalistin Sophie-Marie Schulz über Podcaster Ben Berndt, Deutschland und warum sie mit allen redet
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Transkript anzeigen
00:00:00: Journalisten gehen davon aus, dass sie Haltung zeigen müssen auf allen Ebenen.
00:00:03: Ich kann damit absolut gar nichts anfangen!
00:00:06: Ich habe auch als Sicherheitsgast bei Ben Bernd war im Podcast ja auch deutlich Kritik geübt an anderen Journalisten und einem meinem Berufsstand.
00:00:13: das werde ich auch weiterhin tun.
00:00:15: wenn man sich die Kommentare anschaut dann sind die teilweise sehr negativ.
00:00:18: ich glaube es hat auch sehr viel damit zu tun dass ich sehr stark glaube ich als Journalistin wahrgenommen werde die das ganz schlimm findet.
00:00:25: dass ein Herr Höcke interviewt wird der Witz ist ja dabei da stimmt er nicht.
00:00:43: Ich begrüße Sie ganz herzlich zu einer weiteren Ausgabe von Weltwoche Daily Spezial.
00:00:56: Mein Name ist Roman Zeller und heute haben wir einen tatsächlich hochinteressanten Gast bei uns in der Sendung, sie heißt Sophie Marie Schulz und hat Politikwissenschaften und Soziologieinteressen studiert.
00:01:07: Sie leitet Achtung mit nur siebenundzwanzig Jahren seit Oktober zwanzig, fünfundzwzig das Politikressort der renommierten Berliner Zeitung.
00:01:17: Sie ist also Hauptstadtjournalistin.
00:01:19: und Achtungen nochmals!
00:01:20: Sie hat das Höcke-Interview von Ben ungeskriptet aufgegriffen.
00:01:25: Sie hat einen Text darüber geschrieben worauf sie Ben Berndt, der Herausgeber dieses Podcasts, der Host kurzerhand eingeladen hat in den Podcast weil er mit ihrem Text nicht einverstanden war.
00:01:40: Das Gespräch hat... Achtung zum dritten sage und schreiben über eine Million Aufrufe mittlerweile eingesagt.
00:01:47: Es ist also ein großer Erfolg, Frau Schulz nun sind sie bei uns.
00:01:51: ganz herzlichen Dank dass sich die Zeit nehmen.
00:01:53: vielleicht für all jene Zuschauer die diesen Text nicht gelesen haben die das Gespräch nicht gesehen oder gehört haben was war das was Sie gestört hat an diesem Interview mit Höcke?
00:02:06: worum ging es in Ihrem Text?
00:02:08: Was war vielleicht Ihre zentrale Kritik an diesem Gespräch von Bern Bernd und Björn Höcke.
00:02:15: Also erst mal herzlichen Dank für die Einladung.
00:02:17: Ich freue mich sehr, dass ich hier sein darf und es ist tatsächlich gar nicht so einfach, die Frage zu beantworten weil es ja immer im Auge des Betrachters liegt was einstört.
00:02:28: Mein Ziel war es einen weitgehend neutralen Text zu schreiben.
00:02:31: Ich wollte keine Kommentierung des Textes, ich wollte eigentlich ein Bericht des Podcasts, der ja vierundhalb Stunden ging und ich dachte nicht jeder Leser von uns ist dazu in der Lage sie so viel Zeit zu nehmen um das Gespräch an sich anzuhören und deswegen gebe ich so ein klein Abriss vom Gespräch.
00:02:49: Und ich habe beispielsweise im Einstieg Formulierungen genutzt, wie das es eine Inszenierung gab.
00:02:55: Das hat sich darauf gestützt dass Ben Bernd, ich glaube zwei Tage vor dem Release des Podcasts Videos veröffentlicht hat wo die Person also Höcke schwarz war und man ihn nicht erkannt hat weil er das einfach ein bisschen ja aufbauen wollte.
00:03:12: Und er hat auch damit geworben, dass er die gefährlichste Person überhaupt einlädt und den gefährlichsten Gast und es habe ich als Inszenierung gewertet und genauso auch wir Höcke aufgetreten ist.
00:03:28: In meiner Einschätzung nach, ich interviewe ja viele Politiker inszeniert sich jeder Politiker ein Stück weit.
00:03:34: er will sich gut verkaufen, er will seine Partei gut verkauen.
00:03:37: Ich halte das für keine Wertung die unangemessen ist.
00:03:40: aber wie ich bereits sagte darüber kann man streiten.
00:03:43: Und dann gab es einfach noch so ein paar andere Punkte.
00:03:46: Wir haben beispielsweise das Video nicht eingebettet gehabt.
00:03:50: Es ist ein Kritikpunkt, den ich absolut nachvollziehen kann.
00:03:52: Das war ein Fehler, den wir auch im Nachhinein berichtigt
00:03:56: haben.".
00:03:57: Und dann kam es noch zu einer Zitierung einer Journalistin, deren Namen hatte ich im Originaltext anfangs nicht genannt.
00:04:06: Einfach aus den Gründen weil ich Sorge hatte dass es da rechtliche Konsequenzen gäbe oder geben könnte weil ich sie namentlich zitiere.
00:04:16: das war ebenfalls ein Fehler den wir berichtigt haben und darüber habe Ich mit Ben gesprochen und hab auch ganz offen gesagt ich bin nicht fehlerfrei.
00:04:27: Das kann aber auch jemanden passieren, der er ist oder noch älter.
00:04:31: Und ich glaube das Wichtigste ist eigentlich eher dass man sich hinsetzt darüber redet und sagt hey das war nicht in Ordnung so.
00:04:36: Ich stehe trotzdem zu dem Text, ich finde der Text ist vollkommen in Ordnung sowie erschien es und deswegen haben wir nur eben diese kleinen Sachen noch berichtigt.
00:04:44: im Nachgang
00:04:45: Wie haben Sie das grundsätzlich gewunden?
00:04:47: Inhaltlich sachlicher Ort?
00:04:49: Das Gespräch mehrere Stunden lang mit einem Politiker wie Höcke Inhaltlich Sie persönlich, wir haben sie das gut gefunden und schlecht gefunden.
00:04:57: Dass ein Mann wie Ben Bernd mit einer dermaßen großen Reichweite einen umstrittenen Politiker zugegebenermaßen wie Höcke interviewt.
00:05:05: Wie ist es bei Ihnen angekommen?
00:05:07: Also erstmal zu dem Punkt Umstritten.
00:05:09: Das ist für mich ein Label was ich persönlich ablehne.
00:05:13: also natürlich ist Herr Höcke eine strittige Person aber Ich bin jemand der immer sehr vorsichtig ist.
00:05:21: Titulierungen und ich habe das Gefühl, dass insbesondere in Deutschland – das ist jetzt vielleicht auch nochmal der deutsche Blick auf das Ganze – derzeit massiv versucht wird jeder es umstritten.
00:05:32: Ich bin sicherlich eine umstrittene Journalistin in den Augen mancher Leute.
00:05:36: Dementsprechend ist das für mich auch keine Ausschlusskriterien oder etwas woran ich mich dann festhalten würde.
00:05:42: Zu der eigentlich Ursprungsfrage wie ich das bewerte da muss man halt ganz klar sagen genauso wie sie das auch tun werden, ich blicke da als Journalistin drauf.
00:05:52: Und Benjamin Berndt sieht sich nicht ein Journalist und das betont er auch immer wieder.
00:05:57: Er sagt der ist die Schweiz als Podcast und bei ihm kann jeder sagen was er möchte, er wird es nicht einordnen und er wird auch nicht eingreifen.
00:06:06: Das ist erstmal die Ausgangslage, das habe ich übrigens auch in meinem Text erwähnt wie dieser Podcast sein möchte und wie dieser podcast sich verkauft.
00:06:15: Und deswegen wäre ich vorsichtig, journalistische Maßstäbe anzusetzen.
00:06:21: Ein journalistischer Maßstab wäre für mich natürlich eine komplett andere Vorbereitung.
00:06:26: also Ich persönlich hätte Herrn Höcke anders interviewt.
00:06:30: Ich hätte andere Fragen gestellt.
00:06:31: Ich wär an vielen Stellen sicherlich reingegangen und hätte einfach auch zu ja vielen Internas einige Fragen gestellt.
00:06:40: dadurch dass die AfD für die Berliner Zeitung gekovert habe, hab ich natürlich einige Informationen, die Herr Bernd vielleicht nicht hat.
00:06:49: Das ist jetzt auch eine Unterstellung!
00:06:51: Vielleicht hatte er auch die ganzen interneren Informationen aber damit hat er ihn auf jeden Fall nicht konfrontiert.
00:06:58: und das ist ja eigentlich alles zu dem was dazu sagen kann, weil es wie gesagt einfach einen journalistischen Ansatz gibt den ich verfolgen würde und es gibt den Ansatz von Herr Berndt.
00:07:08: Und ich glaube der Leser muss entscheiden was ihm besser gefällt oder der Zuschauer
00:07:11: vielleicht eine Zwischenfrage?
00:07:12: Was wäre eine Frage die Sie Höcke stellen würden?
00:07:15: Was interessiert sie da am meisten?
00:07:17: Was brennt ihnen unter den Nägeln wenn es um diese Person Björn Höcke geht?
00:07:22: Sehr gute Frage, jetzt werde ich hier ganz auf den kalten Fuß erwischt.
00:07:27: Ich bin tatsächlich jemand der sich sehr intensiv auf Interviews vorbereitet also wirklich auch sehr sehr lange.
00:07:33: Ich gehe recht strukturiert in Interviews und werft dann meistens meinen ganzen Plan völlig über den Haufen weil ein Interview davon lebt dass man sich auf die Person einlässt und nicht davon lebe das man seine zehn Fragen da abklappert oder zwanzig fragen ja ich glaube so aus dem steh greif.
00:07:50: ich weiß nicht Also was ich, worüber ich tatsächlich oft nachdenke und das ist jetzt wahrscheinlich für viele die das jetzt zuhören oder anschauen.
00:07:58: Die denken sich wahrscheinlich auch so her.
00:08:00: aber Herr Höcke hat ja dieses Memorium oder dieses Denkmal, oder ich weiß gar nicht wie die Aktivisten das nennen neben seinem Garten stehen.
00:08:09: Und das ist quasi ein Nachbau des jüdischen Denkmals in Berlin und der steht quasi zu Füßen seines Hauses und mich würde persönlich sehr interessieren, wie man damit eigentlich umgeht also was es auch in einem Auslös, dass bis heute dort steht, das durfte nicht abgebaut werden und ob er das als ja... Ich weiß gar und bei allen, sonst wird mir das jetzt sicherlich so ausgelegt als ob es mir dann nur um die AfD geht.
00:08:38: Herr Höcke ist auch ein Politiker der Familie- und Kinderart und was ich bei solchen Figuren sehr interessant finde, dass immer Dritte mit quasi in diese Thematik reinbezogen werden und das betrifft eben auch so ein Denkmal, also dass man eben entkindert was da täglich dran vorbeiläuft.
00:08:55: Und die Aktivisten freuen sich sicherlich darüber, dass dieses Kind dann mitbekommt.
00:09:00: So das und das stellen wir dir hierhin weil dein Vater ist so schlimm in den Augen der Aktivistinnen.
00:09:05: aber man muss auch finde ich immer überlegen Was macht es eigentlich mit der Familie?
00:09:09: Was machtes eigentlich mit den Kindern?
00:09:11: Dieses Kind hat sich sicher nicht ausgesucht, dass der Vater in der Partei seinen Weg geht.
00:09:16: Und ich glaube auch, das hat Herr Höcke ja auch lang und breit ausgeführt im Interview, dass er schon sich immer wieder gefragt hat kann er das eigentlich machen?
00:09:27: Also auch mit seinen Kindern und die ihm dann so sagt es Höcke auch gesagt haben Papa wir finden uns toll was du machst!
00:09:34: Das ist natürlich jetzt die Quelle Höcke.
00:09:37: also mich interessiert auch immer das drum herum.
00:09:40: Die Politiker sind schon natürlich interessant und es gibt viel mit ihnen zu besprechen, aber ich bin ganz oft interessiert an denen die da quasi mit dranhängen, aber überhaupt nicht in der Öffentlichkeit vorkommen.
00:09:53: Bin Bernd hat etwas gemacht.
00:09:56: Wahrscheinlich ist das auch das Erfolgsrezept, der Grund wieso es so viele Aufrufe, so viele Menschen erreicht hat und beschäftigt hat.
00:10:03: Er hat Höcke sprechen lassen wie sie sagen als Mensch.
00:10:07: er hat das wissen wollen was die Medien eben nicht wissen wollen oder noch nie einen Wert drauf gelegt haben bei dieser Person Höcke.
00:10:17: Braucht es
00:10:18: einen Podcaster Ben Bernd?
00:10:21: Was sagt dieses Interview mit Höcke über die deutsche Medienlandschaft aus, was würden Sie über die Bedeutung dieses Podcasts spezifisch mit Höcken sagen und was sagt das über Deutschland und deren Medien aus?
00:10:37: Also es sagt auf jeden Fall aus, dass wir ganz kleine Repräsentationslücke haben.
00:10:41: Und ich habe auch als Sicherheitsgast bei Ben Bernd beim Podcast ja auch deutlich Kritik geübt an anderen Journalisten und meinen Berufsstand.
00:10:51: Das werde ich auch weiterhin tun weil ich sehe sehr viel kritisch was in Deutschland journalistisch passiert.
00:10:58: Sie haben es ja auch erwähnt gehabt mein Podcast hat eine Million Aufrufe das Interview mit Höcke hat über sechs Millionen aber auch andere Interviews anschaut.
00:11:08: Die haben unglaublich hohe Reichweite und das zeigt doch, dass die Menschen daran interessiert sind.
00:11:14: Auch – das muss man auch hinzufügen – an der Art der Gesprächsführung!
00:11:19: Und wenn man sich beispielsweise auch die Kommentare anschaut, liest man immer wieder endlich wird nicht unterbrochen, endlich kann die Person ausreden, endlich wird Nicht eingeordnet... Ich glaube wir in Deutschland schon sehr stark dazu neigen unser Lesern immer wieder vorzukauen, wie die Welt ist.
00:11:36: Und ich sage immer der leser ist bei uns mündig insbesondere bei der berliner Zeitung und der ausdeutschen allgemeinen Zeitung.
00:11:42: das politikressor der ostdeutsche allgemeine Zeitung leite ich übrigens auch Das ist in der anmoderation unter den tisch gefallen füge ich jetzt kurz noch hinzu.
00:11:51: aber genau Das ist einfach, wir müssen nichts vorkauen.
00:11:55: Wir erzählen den Lesern wie wir die Dinge sehen oder wie wir sie auch rückgemeldet bekommen.
00:12:01: ja aber die Einordnung selber versuchen wir so gering wie möglich zu halten auch wenn uns immer wieder vorgeworfen wird dass das Gegenteil der Fall ist.
00:12:09: ich sehe es nicht.
00:12:11: und um auf die Ursprungsfrage zurückzubekommen Ja natürlich.
00:12:15: also man hat ja auch immer wieder die Skandal werden in der Schweiz sicherlich auch bekannt sein vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk im Deutschland Dass da Dinge teilweise behauptet werden, die einfach nicht stimmen.
00:12:26: Ich gebe ein Beispiel Es gab eine Anmoderation von einer ZDF-Journalistin Im ZDf.
00:12:33: Heute war das glaube ich in der Sendung.
00:12:36: Da hatte sie gesagt Elon Musk hätte dazu aufgerufen Migranten zu jagen im Belfast.
00:12:42: Das ist eine Lüge.
00:12:43: Das stimmt einfach so nicht, und das ist ausgestrahlt worden.
00:12:47: Und dann hat ihnen Maske rechtliche Schritte angedroht und hat sich Herrn Steinhöfel einen sehr bekannten Anwalt zur Seite genommen und hat gesagt, so und dass wird jetzt hier geändert weil das sind Lügen die verbreitet werden!
00:13:01: Die sind in der ganzen Welt.
00:13:02: und man muss sich auch immer wieder vor Augen halten, es hatte ich auch kürzlich gesagt Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist immer noch bis heute bei sehr vielen, sehr angesehen.
00:13:10: Wir zahlen hier einen Rundfundbeitrag der ist verpflichtend.
00:13:14: wir können das auch nicht einfach sagen.
00:13:16: wir schauen keinen Öffentlich Rechtlichen.
00:13:18: wie wollen das nicht zahlen?
00:13:19: Das muss man tun!
00:13:21: Das wird abgerechnet sind achtzehn Euro sieben und dreißig glaube ich.
00:13:26: Ich habe ein Dauerauftrag deswegen weiß es jetzt nicht komplett aber so ungefähr in dem Dreh müsste sein.
00:13:33: Und der Punkt ist, dass eben die Finanzierung dieses Rundfunks dadurch abgesichert und die Mehrheit der Leute sieht.
00:13:44: So empfinde ich das immer noch in dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine zuverlässige Informationsquelle.
00:13:50: Man muss hinzufügen, dass es abnimmt.
00:13:52: Es gibt Umfragen die deutlich zeigen, dass das Vertrauen sinkt aber dennoch existiert er.
00:13:57: und es gab auch Vorfälle von KI Bildern, die genutzt wurden ohne Angaben, dass sie KI Bilder sind.
00:14:03: Es gab Grafiken, die Parteienkonstellationen falsch dargestellt haben und das kann glaube ich nicht sein wenn man sich selber als öffentlich- rechtlicher als Quelle wahrnimmt, die quasi legit ist und der man vertrauen kann.
00:14:19: Und da ist für mich ein deutlicher Widerspruch zu erkennen.
00:14:22: Jetzt ganz der Bogen zurück!
00:14:26: Diese Repräsentationslücke im Sinne von miteinander sprechen zu können, ohne einsortiert und geframed zu werden – die gibt es in Deutschland.
00:14:35: Und ich habe auch das Gefühl dass immer mehr Journalisten den wird das klar.
00:14:39: Ich glaube, dass das viel mit der AfD zusammenhängt.
00:14:42: Ich erlebe interessanterweise viele Journalisten, die mir erzählen soviel hier gibt ist ein Problem wirklich sich verändert.
00:14:51: Wir müssen offener werden, aber das passiert interessanterweise aus Angst vor der AfD.
00:14:57: also diese Angst ist hier in Deutschland allgegenwärtig und die hat viel ausgelöst und viele auch zum Nachdenken angeregt was ich persönlich sehr gut finde weil es kann nicht sein dass uns die leser auch scharenweise wegrennen beziehungsweise ich meine nicht die berliner Zeitung sondern insgesamt im Journalismus.
00:15:16: Bemerkenswert offen haben sie reagiert und das ist wirklich hervorzuheben um herauszustreichen.
00:15:22: Sie haben, nachdem sie von Ben Bernd ich glaube er hat bei ihrem Chef direkt Einsprache erhoben mit einer ellenlangen Sprachnachricht hatte dass einem Unmut Kund getan über ihren Text Und dann haben sie sich bereit geklärt ja Ich rede mit ihnen Ja ich gehe in Ihren Podcast und stelle mich diese Kritik persönlich.
00:15:43: Was war die Resonanz?
00:15:45: bei den Zuhörerinnen und Zuhören.
00:15:48: Und was war die Resonanz im Medien-Zirkel?
00:15:54: Der gibt es zu zwei Ebenen, also ich fange erst mal an der Zuschauern-Zuhörerin.
00:16:00: Wenn man sich die Kommentare anschaut, dann sind sie teilweise sehr negativ.
00:16:04: Also insbesondere auf YouTube und auch auf Instagram.
00:16:07: Ich glaube das hat auch viel damit zu tun dass ich sehr stark glaube ich als Journalistin wahrgenommen werde Die im linken Rand quasi so ihr Ding macht Und die eher jemand ist die es ganz schlimm findet Dass ein Herr Höcke interviewt wird.
00:16:23: der Witz ist ja dabei das stimmt ja nicht.
00:16:26: Also es ist ja nicht so, dass ich das kritisch wehe, dass Herr Höcke interviewt wird.
00:16:29: Ich persönlich vertrete die Meinung, dass man mit jedem sprechen muss und das sage auch in diesem Podcast.
00:16:35: Und wir bei der Berliner Zeitung reden auch mit jedem und lustigerweise hat sogar mein Chef Ben Bernd gesagt – das sagt Ben selber im Podcast -, dass sie so viel mit jedem spricht!
00:16:47: Deswegen hinkt dieser Vorwurf den man mir der Versuch zu machen an vielen Stellen.
00:16:53: diesen Vorwurf macht nicht Ben, sondern seine Zuschauerschaft.
00:16:57: Und das ist so diese negative Bubble.
00:17:00: Dazu muss man auch sagen, wenn wir Internet kurz meinen Kommentar zu verfassen sind es halt total easy.
00:17:04: ich nehme mir das persönlich auch nicht zu Herzen weil's auch glaube ich nichts bringt.
00:17:08: also man kann meine Arbeit total gerne kritisieren Ich bin da auch offen.
00:17:12: Ich glaube den Vorwurf kann man mir nicht machen weil sonst hätte ich mich nicht in diesem Podcast gesetzt.
00:17:16: Also ich bin sicherlich nicht jemand der sagt ah mit Kritik kann ich nichts anfangen Tür zu.
00:17:22: Also, das... ist ja nicht korrekt.
00:17:25: Aber die zweite Ebene sind die Nachrichten, die mich privat erreicht haben und sei es auf Instagram per Direktnachricht oder sei es vor allen Dingen per E-Mail Und ich muss ganz ehrlich sagen durch dich dass ich auch sehr unbekannt bin und mich ja wirklich eigentlich kaum jemand kannte.
00:17:42: bevor ich bei diesem Podcast war habe ich niemals damit gerechnet wie viele Leute mir schreiben.
00:17:47: Ich glaube ich hab auch unterschätzt wie viele leute sich das anschauen wie die Leute reagiert haben, also wirklich rührend.
00:17:56: Wie viele Zuschriften und welch positives Feedback und dass immer wieder zur Sprache kamen.
00:18:02: wir brauchen diesen Ansatz den sie verfolgen.
00:18:05: Wir brauchen den Ansatz das man mit allen Menschen spricht und dass man jedem unabhängig welcher Partei er sich zugehörig fühlt, dass man mit den Leuten spricht und da schließt sicher der Kreis zu Ben.
00:18:17: Weil Ben hat ja das selbe Konzept so sagt es zumindest und das finde ich halt so spannend weil das eben genau diese These untermauert die ich gerade schon beschrieben habe.
00:18:26: Es gibt eine Repräsentationslücke und die Leute sehen sich nach einem möglichst neutralen Journalismus.
00:18:34: andere Ebene nach der sie gefragt hatten ist, nach den Rückmeldungen von Kollegen.
00:18:41: Da muss ich sagen... habe ich das allerwenigste Feedback bekommen.
00:18:45: Da ist großes Schweigen im Wald und da kann man jetzt nur spekulieren, warum da wenig Rückmeldungen kommen.
00:18:53: Ich glaube die meisten haben einfach nur gesagt ach krass du warst bei Ben, es hätte ich ja niemals gedacht.
00:18:58: Wobei zwei drei Leute hatten mir auch geschrieben und haben gesagt sie finden das toll und herzlichen Glückwunsch weil was ich auch total unterschätzt habe.
00:19:09: Ich denke dass für viele Journalisten wirklich ein Big Deal ist.
00:19:13: Also ich weiß auch, dass es Journalisten gibt die wenn sogar Anfragen und sich erkundigen ob sie nicht mal vorbeikommen könnten für ein Gespräch weil die Leute wissen das es einfach eine große Reichweite ist die man dort bekommt.
00:19:26: Ich habe mir auch wenn mir das vielleicht jetzt niemand glauben mag darüber keine Gedanken gemacht.
00:19:31: Es ging mir nicht darum in der Öffentlichkeit zu stehen.
00:19:36: Es ging mir darum, mich für etwas zu verantworten was jemand anders mir vorwirft.
00:19:42: ich wollte dieses Gespräch um verstehen zu können warum denken zwei Menschen unterschiedlich und vielleicht auch noch Einsatz dazu?
00:19:50: Ich denke eben an unsere Leser und daran, was sie interessiert.
00:19:54: Und wie Sie vielleicht auch Themen wahrnehmen und was spannend für sie ist.
00:19:58: Aber Ben Bernd denkt in Reichweiten und das ausschließlich.
00:20:02: Da treffen einfach zwei Welten aufeinander.
00:20:05: Das ist vollkommen okay aber deswegen ist es ja so wichtig dass man sich hinsetzt und darüber spricht.
00:20:10: Was glauben Sie, ist das Urproblem der Journalisten?
00:20:14: Warum krankt diese Branche?
00:20:15: dass eben ein Mann wie Ben Bernd in die Bresche springen kann und die Reichweiten absahlen kann.
00:20:22: Was glauben sie was ist das ur Problem?
00:20:24: vor allem vielleicht auch im deutschen Journalismus den sie jetzt gut kennen.
00:20:28: Das ist das große Missverständnis dieser Zeit.
00:20:32: woran kranken die Journalisten?
00:20:34: Ich glaube, ein wirklich ganz großer Punkt ist der Haltungsjournalismus.
00:20:39: Journalisten gehen davon aus, dass sie Haltung zeigen müssen auf allen Ebenen als.
00:20:43: Sie müssen gegen die AfD sein, Sie müssen für XY sein, sie müssen die und die Meinung vertreten und das müssen sie auch ständig kundtun.
00:20:51: Und ich kann damit absolut gar nichts anfangen!
00:20:54: Meine Aufgabe ist es nicht jemandem zu erklären wie die Welt funktioniert und meine Aufgabe ist das ganz bestimmt auch nicht unseren Lesern zu erklären eine Idee davon zu geben, was in dieser Welt um uns drum herum die ganze Zeit immer wieder aufs Neue einpresset.
00:21:12: Aber wie ich bereits erwähnt habe der Leser ist mündig, der Bürger ist münde.
00:21:17: und dieses Haltungsding es gibt halt eine unglaubliche Verschiebung in die Richtung.
00:21:23: das.
00:21:24: früher gab es die vierte Gewalt beziehungsweise Medien waren die vierten Gewalt.
00:21:28: aber mittlerweile In Deutschland ist ja auch die Zivilgesellschaft ganz, ganz wichtig.
00:21:36: Das heißt zum Beispiel die Demos gegen rechts kommen dann aus der Zivil-Gesellschaft und sonstige aktivistische Formen.
00:21:44: Und da erlebe ich eine unglaublich große Verschränkung!
00:21:49: Ich habe in Bewerbungsgesprächen mit sehr jungen Leuten gesprochen, die mir dann auch erzählt haben es ist wichtig Haltung zu zeigen.
00:21:58: Ich will in den Journalismus weil ich Haltung zeigen möchte und da muss sich sagen ist die Person leider auf einem ganz falschen Dampfer unterwegs.
00:22:07: Das bringt uns nichts als Medium, wenn jemand so agiert.
00:22:10: Weil er immer Texte schreiben wird wie er sie sieht.
00:22:14: aber es geht nicht um deinen Blick Es geht darum dass du deine politische Haltung weitgehend zurücknimmst und eben die Gesamtheit beschreibst und nicht nach deinem Stiefel.
00:22:25: Und das würde ich sagen ist wirklich so.
00:22:27: das Urproblem dieser Kampf gegen die AfD Die alles überschattet und die meines Erachtens auch in den Medien viel überschattet.
00:22:36: Sie haben gesagt, es ist ein weitgehend eigentlich unbekannt.
00:22:40: Zumindest bis vor diesem Gespräch mit Ben Berndt, unbekannte Journalistin, fragen sie wer sind sie?
00:22:46: Was muss man über sie wissen um sich so ein bisschen zu verstehen?
00:22:50: und vielleicht zweite Frage warum wurden sie Journalistinnen?
00:22:54: Dann fange ich mal bei der zweiten Frage an.
00:22:56: Es war tatsächlich bei mir überhaupt nicht geplant insbesondere Mit Blick auf die Ich nenne es Mal kleine, ich möchte das Wort Karriere nicht benutzen weil ich das wirklich bescheuert finde wenn man das so sagt.
00:23:10: aber sagen mir die den Prozess den ich bei der Berliner Zeitung durchlaufen bin.
00:23:15: Ich habe hier als Praktikantin angefangen und es war nicht geplant dass sich in diese Position kommen in der ich bin.
00:23:21: Das war glaube ich sehr viel Glück und vor allen Dingen sehr viel Vertrauen meiner Arbeitgeber.
00:23:26: Das hat letztlich dazu geführt und wahrscheinlich auch ein bisschen Fleiß würde ich jetzt einfach mal behaupten Warum bin ich Journalistin geworden?
00:23:35: Ich war schon immer ein sehr politischer Mensch und bin in einem sehr politischen Haushalt aufgewachsen.
00:23:40: Und meine Eltern haben mir immer vermittelt, dass es etwas Wichtiges ist weil das dein Leben natürlich auch betrifft.
00:23:46: Wenn Politiker Entscheidungen treffen dann wirst du auf kurz oder lang in irgendeiner Form damit konfrontiert werden.
00:23:53: deswegen setze dich lieber hin und versuche es zu verstehen, damit du nie später da sitzt.
00:23:57: Was passiert hier eigentlich um mich drum herum?
00:24:00: Und dann war für mich auch noch eine Überlegung in Richtung Wahlkampfmanagement zu gehen.
00:24:06: Ich fand das immer total spannend, wie man Leuten mit gewissen kurzen Botschaften davon überzeugen kann oder will dass eine Partei gewählt wird.
00:24:16: und Wahlkampfmanagement hat ja unglaublich viel auch mit Psychologie zu tun hatte ich auch mal überlegt zu studieren und da sind für mich so quasi meine Leidenschaften zusammengeflossen Schlussendlich für Politikwissenschaften entschieden.
00:24:31: wusste dann, ich möchte unbedingt ein Praktikum machen in dem Bereich und bin dann während meiner Studiums zur Berliner Zeitung.
00:24:39: Und habe hier für drei Monate gearbeitet und hab aber auch noch einen Abstecher auf die andere Seite gemacht weil ich einen Praktikum in der sächsischen Staatskanzlei absolviert habe.
00:24:50: Da habe ich die ganz andere Seite gesehen.
00:24:52: Ich war dort im Pressereferat und habe eben gesehen wie es ist mit dem Sächsischer Ministerpräsidenten zu arbeiten funktioniert, wie eine Social Media Betreuung abläuft.
00:25:05: eines Ministerpräsidenten.
00:25:07: Und danach muss ich sagen, war für mich ganz klar.
00:25:10: Ich gehe zurück zum Journalismus wie ich ihn sehe oder wie ich ihnen hier erleben durfte und dann ging das Ganze quasi los und ich kann mir keinen schöneren Beruf vorstellen.
00:25:20: also ich glaube da hat sich einfach alle Zahnräder haben sich ineinander gefügt und ich bin ganz dankbar dafür dass es alles so funktioniert hat.
00:25:28: und jetzt muss ich nochmal nach der davorigen Frage fragen
00:25:34: Was man über sie wissen muss, aber jetzt wissen wir schon relativ viel.
00:25:37: Was mich interessiert ist, wenn ich das richtig mitgeschnitten habe, dann sind Sie seit den Berliner Zeiten seit dem Jahr- und Jahrzehnt.
00:25:48: Das ist richtig!
00:25:48: Und jetzt ist drei Jahre ins Land gezogen und Sie sind Politikchefin verantworten also den gesamten Politikbereich der Berliner Zeitung und der, sagen Sie es noch mal, Entschuldigung.
00:26:02: Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung.
00:26:04: Was ist wichtig im Journalismus um erfolgreich zu sein?
00:26:08: Um so schnell, so gut zu werden, um so schnell eine solche Position zu bekleiden.
00:26:13: was braucht das dafür?
00:26:14: Was ist guter Journalismus?
00:26:16: Was machen sie richtig und andere falsch?
00:26:19: Boah, also was mache ich richtig und andere falsch?
00:26:21: Das möchte ich mir nicht anmaßen zu beantworten.
00:26:23: Ich kann glaube ich nur sagen wie ich arbeite und das ist auch kein Erfolgsrezept.
00:26:27: Also ich finde es immer ganz unangenehm muss sich einfach so sagen wenn ich darüber rede weil die Sicherheit für viele Leute so anhört als ob man sich so erheben möchte und das kann man mir gerne unterstellen.
00:26:39: Ich werde trotzdem noch mal sagen ich möchte das nicht.
00:26:43: Ja, ich kann es einfach nur schildern wie's für mich gelaufen ist.
00:26:46: Ich glaube das Allerwichtigste ist eine unglaubliche Offenheit mit an den Tag zu legen.
00:26:50: Ich hab hier damals angefangen, das war im Januar XXIII und... ...ich wusste... gar nicht, wie Journalismus funktioniert.
00:26:57: Ich hatte noch nie eine Presseanfrage geschickt und ich bin völlig ins kalte Wasser geschlittert.
00:27:01: aber ich habe halt einfach ein Thema nach dem anderen vorgeschlagen.
00:27:05: und ich sage auch immer zu Leuten die hier anfangen in jedem schlummert einen Text und selbst wenn du bei einer Veranstaltung warst und die Veranstaltungen waren unglaublich langweilig und du kommst zurück und sagst was soll ich aufschreiben?
00:27:17: Ich kann nichts aufschreben dann macht das nichts zur Geschichte!
00:27:20: Ich glaube es ist so ein Grundansatz den man einfach verfolgen muss.
00:27:25: Es gehört natürlich auch dazu, Sachen zu erkennen.
00:27:28: Also ich finde einen guten Journalisten zeichnet aus dass er wirklich Dinge erkennt und das hört sich immer so blöd an.
00:27:34: aber das können sie sicherlich auch bestätigen aus der eigenen Erfahrung.
00:27:38: Es sitzen zehn Leute im Raum und es passiert eine krasse Sache.
00:27:42: Aber neun bekommen sie nicht mit, weil Sie einfach nicht dieses Gespür dafür haben oder auch nicht richtig aufpassen oder auch Nicht-Unstimmigkeiten erkennen.
00:27:50: Eine Unstimmigkeit!
00:27:51: Es sitzen vielleicht fünf Leute auf der Bühne Und der fünfte sagt die ganze Zeit nichts.
00:27:55: Er kommt nichts zu Wort.
00:27:56: Das könnte eine Geschichte sein Man weiß das nicht Und solche Dinge müssen einfach quasi da muss es klick machen.
00:28:01: im Kopf Ich glaube man hat das oder man hat dass nicht Und dann...das ist mir persönlich immer ganz wichtig ist eine unglaubliche Angstfreiheit.
00:28:11: Man muss angstfrei sein, wenn man diesen Beruf macht
00:28:15: und
00:28:16: man darf auf gar keinen Fall davor zurückschreiten, dass es einen negativen Backlash geben könnte, dass man kritisiert wird, das Leute sagen deine Arbeit ist nicht gut, mir gefällt dieses Interview nicht, dieses Interview war zu kritisch, dieses interview war zu unkritisch.
00:28:33: Also wenn man da zart beseitet ist, dann ist man meines Erachtens nicht für diesen Beruf gemacht.
00:28:39: Und da geht es auch nicht darum dass man quasi keine Kritik spüren möchte sondern man muss trotzdem so ein inneres Gespür dafür haben.
00:28:48: Es ist richtig was ich getan habe aussehen und den gründen.
00:28:51: Also argumentativ belegen zu können, warum war es wichtig ein Interview mit beispielsweise Götz Kubicek zu führen?
00:28:58: Warum müsste unsere Leser lesen können?
00:29:01: Warum haben wir uns dazu entschieden?
00:29:03: Und wenn man diese Fragen alle stichhaltig beantworten kann dann würde ich sagen du es!
00:29:08: Stelle dich darauf an dass das windig wird aber zieh dir einfach eine Regengärke an und dann wird's auch schon wieder werden irgendwann.
00:29:13: Warum um Himmels willen machen Sie einen Interum mit Götzkubicek der ja Dieses Wort, was zu verwenden nicht gerade unumstritten ist.
00:29:22: Der auch einiges auf dem Kerbholz hat wenn man die Medien zumindest konsultiert.
00:29:27: Was hat sie da gepackt?
00:29:28: faszinierend interessieren?
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